Erstellt am 10. Oktober 2015, 11:44

von APA/Red

20 Jahre Kunsthalle Krems: Erfolgsbilanz beim Jubiläumsfest. Das 20-jährige Jubiläum der Kunsthalle Krems ist am Freitagabend gefeiert worden - nicht in der Kunsthalle selbst, sondern in der nahen Minoritenkirche.

Im Bild v.l.n.r.: Hans-Peter Wipplinger (langjŠähriger Direktor Kunsthalle Krems), Elfie Semotan, Gerhard RüŸhm, Wolfgang Sobotka (Landeshauptmann-Stellvertreter Niederöšsterreich).  |  NOEN, Daniel Hinterramskogler

Die Bilanz klingt beeindruckend: In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden über 1,3 Millionen Besucher in insgesamt 125 Ausstellungen verzeichnet.

Museum kein "Grab der Geschichte"

Vor einem Vierteljahrhundert sei Krems in Sachen Kunst eine "relative Wüste" gewesen, meinte Hans-Peter Wipplinger, Direktor der Kunsthalle noch vor seinem Anfang Oktober erfolgten Wechsel an das Leopold Museum in Wien (bis zur Bestellung eines Nachfolgers hat in KremsGottfried Paulus die operative Leitung inne).

In seiner Festrede verwies Wipplinger nun auf die - erreichte - Programmatik des Hauses, kunsthistorische Positionen in Beziehung zur Gegenwart zu setzen. Denn die Kunsthalle als Museum dürfe kein "Grab der Geschichte" werden.

Die zwanzig spannenden Jahre seien entscheidend für die Kulturszene inNiederösterreich gewesen, würden aber auch einen Auftrag für die Zukunft darstellen, erklärte der niederösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP). Weiterhin in Kunst zu investieren sei die richtige Entscheidung: "Da verzinst sich der Euro wesentlich besser als auf den Banken."

Derzeit Ausstellungen zu Ines Lombardi und Ernesto Neto

Moderatorin Clarissa Stadler konnte nicht nur Wipplingers Vorgänger - Gründungsdirektor Wolfgang Denk, Carl Aigner und Tayfun Belgin - begrüßen, sondern auch Künstler wie Gerhard Rühm und Elfie Semotan sowie Kunstsammlerin Elisabeth Leopold. Das Künstlerkollektiv Gelitin steuerte eine Performance bei, gleichsam eine Enthüllung der anderen Art.

Zu melancholischen Celloklängen ragten Körperteile aus weißen Quadern: ein Bein, eine Nase, ein Hintern, Arme, alles scheinbar wie aus dem Wachsfigurenkabinett und drapiert mit Krücke oder Pudelhaube. Doch zur Verblüffung der Gäste entstiegen dann doch die Gelitin-Mitglieder leibhaftig den Kuben. Und gar nichts war's mit dem teils erhofften, teils befürchteten Skandal.

1992 hatte Denk in der Minoritenkirche Krems-Stein erste Ausstellungsprojekte realisiert. Drei Jahre später öffnete das Gebäude einer 1852 errichteten ehemaligen Tabakfabrik nach Revitalisierung und Umbau seine Pforten als Kunsthalle. Das 20-jährige Bestehen wurde bereits im Mai mit einem "Publikumswochenende" gefeiert. Derzeit sind noch Ausstellungen zu Ines Lombardi und Ernesto Neto zu sehen, ab 15. November werden Werke aus der EVN Sammlung sowie der deutschen Künstlerin Jorinde Voigt gezeigt.