Krems

Erstellt am 29. August 2017, 05:57

von Franz Aschauer

Disko steht vor Comeback. Ab Herbst 2018 soll im Kino wieder regelmäßig gefeiert werden. Bis dahin nur Einzel-Events geplant.

Ein Relikt aus vergangenen Zeiten: Die Werbetafel für die „Disco Play“ wurde aus Kostengründen noch nicht entfernt.  |  Johann Lechner

Alle Jugendlichen und Junggebliebenen dürfen sich freuen: Im Tanztempel im Gewerbepark soll es ab Herbst 2018 wieder einen wöchentlichen Diskobetrieb geben, das ist zumindest der Plan von Cinemaplexx-Chef Peter Hauswirth. „Es gibt mehrere Interessenten“, will Hauswirth zwar nicht zu viel verraten, gibt aber zu: „Ich habe bereits einen Favoriten, den ich mir sehr gut als Betreiber vorstellen könnte. Er hat Erfahrung mit einer Großdisko im ländlichen Bereich.“

Vertrauensvorschuss sollte ein neuer Betreiber jedenfalls nicht erwarten. Nach einer mehr als erfolgreichen Episode der Diskothek „Millennium“ mit einem überraschenden Ende vor mittlerweile zehn Jahren folgte eine Ära von Misserfolgen.

Zahlreiche Betreiber bissen sich an dem Areal im Gewerbepark die Zähne aus, Namen wie „G“, „Fifty Fifty“, „Estate“, „Up“ oder „Play“ konnten die Kurzzeitigkeit der Projekte nicht verhindern. In der Fortgeh-Generation herrschte bei Meldungen einer neuerlichen Disko-Eröffnung aufgrund dieser Erfahrungen bald große Skepsis. „In einem halben Jahr sperren sie eh wieder zu“, war der Tenor.

„Finanzielle Stärke für längeres Projekt ist da“

Warum also soll ausgerechnet das für 2018 geplante Projekt eine längere Lebensdauer haben? „Weil mein Wunschbetreiber die finanzielle Stärke hat, länger zu bleiben. Das hatten die vorigen Mieter in diesem Ausmaß nicht“, erzählt Hauswirth, der sich noch im März keinen regelmäßigen Diskobetrieb vorstellen konnte. „Als Vermieter des Areals ist es mir aber natürlich immer lieber, ein regelmäßiges Einkommen damit zu machen.“

Derzeit dient der riesige Betonwürfel im Gewerbepark Hauswirth und Event-Guru Martin Neger als Veranstaltungshalle. Zu dem Duo gesellt sich mit Helmut Preiser jetzt auch ein absoluter Routinier der Disko-Szene. Seit mehr als 40 Jahren führt seine Familie in Großreinprechts (Gemeinde Lichtenau) die „Disco Apollon“. Für die Saisoneröffnung mit DJ „Zatox“ weicht er am 9. September unter dem Motto „Invasion Krems“ erstmals nach Krems aus. Am 25. Oktober holt er dann mit „Cascada“ eine deutsche Top-Künstlerin nach Krems.

Preiser möchte noch mehr Top-Künstler holen

Von einer Expansion möchte Preiser trotz des Namens „Invasion Krems“ nicht sprechen. „Zatox und Cascada sind internationale Künstler, für die meine Disko zu klein gewesen wäre. Die Infrastruktur in Krems ist einfach top.“ Sollten die Events ein Erfolg werden, möchte Preiser aber schon bald weitere Stars nach Krems locken. „Ich hätte für Februar oder März schon was in der Hinterhand.“

„Disco Apollon“-Chef Helmut Preiser holt im Herbst „Zatox“ und „Cascada“ nach Krems.  |  privat

Interesse an einem Einstieg als fixer Diskobetreiber hat Preiser trotz Sympathien für den Kremser Standort nicht. „Die Szene schwächelt seit einigen Jahren, insbesondere die Großdiskos. Krems wäre mir da zu groß.“ Geheimnis für ein langjähriges Bestehen einer Diskothek gibt es laut dem Party-Mogul keines. „Wichtig ist, sich ständig Neues einfallen zu lassen und permanent auf Werbung zu setzen.

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