Erstellt am 16. Dezember 2015, 06:48

von Jutta Hahslinger

Im Suff: Nachbarn mit Waffe eingeschüchtert. „War nur Schreckschusspistole“, beteuerte 24-Jähriger, nachdem er Nachbarn aus dem Bett geläutet und mit Waffe bedroht hatte.

Angstmacher: Zum Glück war es nur eine Schreckschusswaffe.  |  NOEN, Shutterstock/Banke; Symbolbild

Im Juni dieses Jahres hatte ein 24-Jähriger einiges über den Durst getrunken und bei seinem Heimgang im Stiegenhaus des Mehrparteienhauses für einigen Krach gesorgt.

„Gepolter hat mich um drei Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen. Kurze Zeit später hat es geläutet. Ich bin aufgestanden. Vor der Tür stand der Mieter unter mir. Er wollte wissen, ob ich seine Türschlösser zum zweiten Mal verklebt habe. Er war betrunken und sehr aufgebracht. Ich beteuerte meine Unschuld und habe ihm erklärt, er könne am Gang nicht randalieren. Dann bemerkte ich, dass er im Hosenbund eine Waffe stecken hat. Die hat er dann gezückt und mir angekündigt, er wisse sich schon zu helfen“, schildert der Bedrohte (33) vor Gericht. Er sei ein gutmütiger Mensch und als sich der ausgerastete Mieter am nächsten Tag, sichtlich ernüchtert und wieder Herr seiner Sinne, bei ihm entschuldigt und beteuert habe, „Die Waffe ist nicht echt, nur so ein Blödsinn“, habe er von einer Anzeige abgesehen, schildert der 33-Jährige.

Als es einige Tage später aber erneut zu einem lautstarken Auftritt des Mieters gekommen ist, habe er dann Anzeige erstattet.

„Ich habe ihn nicht mit der Pistole bedroht. Ich hatte die Spielzeugwaffe nur im Hosenbund einstecken“, beteuerte der 24-Jährige vor Gericht seine Unschuld.

Entschuldigte sich beim Opfer

„Kann es sein, dass Sie aufgrund Ihrer damaligen Alkoholisierung gar nicht mehr genau wissen, was sich genau abgespielt hat? Ob Sie in Ihrem aufgebrachten Zustand die Waffe nicht doch zur Einschüchterung gezückt haben?“, hakt der Richter nach.

„Kann sein. Ich kann mich wirklich nicht mehr so genau erinnern“, räumt der Beschuldigte dann sichtlich beschämt ein und entschuldigt sich beim Opfer.

Ein Geständnis, das dem bislang unbescholtenen 24-Jährigen eine Diversion – Einstellung des Verfahrens mit einer zweijährigen Probezeit – bringt.