Erstellt am 25. August 2016, 13:20

Jubiläum: Fünf Jahre tiergestützte Angsttherapie. Ein halbes Jahrzehnt Vierbeiner in ländlicher Idylle als "Werkzeug" gegen psychische Störungen.

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Am Brigindohof bei Krems fungieren kuschelige Alpakas und aufgeweckte Ziegen als "Spiegel" der Befindlichkeit von Patienten mit Angst, Depression, Burn-out oder ähnlichen Problemen. Leiter Wolfgang A. Schuhmayer zeigte sich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien überzeugt vom seinem Ansatz.

Gegründet wurde das AIAATR (Austrian Institute for Animal Assisted Therapy & Research = Österreichisches Institut für tiergestützte Therapie & Forschung") im Herbst 2011 in Gars am Kamp von engagierten Fachleuten und Laien als Verein. Schuhmayers praktischer Outdoor-Ansatz war von Anfang an nicht unumstritten in der Ärzteschaft. Der Allgemeinmediziner, Coach und Therapeut legt Wert auf den naturwissenschaftlichen Hintergrund der von ihm entwickelten Behandlung, die meist ambulant zwölf Wochen dauert. Da die Nachfrage bestand, gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit einer Wochenend-Intensivtherapie. Durchschnittlich kostet eine Therapiestunde 66,70 Euro.

Wirksamkeit nachgewiesen

Als Alternative zu anderen Methoden habe man die Wirksamkeit während der vergangenen Jahre in regelmäßigen Publikationen, Fallstudien und Posterpräsentationen auf Kongressen wissenschaftlich nachgewiesen, erklärte Schuhmayer. Die Mensch-Tier-Beziehung werde dabei nicht etwa esoterisch interpretiert, sondern diene sozusagen als "diagnostisches Tool". So könne man rasch die Beziehungsfähigkeit eines Klienten bei der Annäherung an und dem Umgang mit einem unbekannten Tier feststellen. Die Vierbeiner spiegeln die Befindlichkeiten wider, in der Interaktion zeige sich Abgrenzungsvermögen oder Aggressionshemmung. In der Behandlung komme man weitgehend ohne zusätzliche Medikation aus.

Vor allem bei Traumata und Angststörung habe sich der Ansatz, der auf Lösungsorientierung und schnellen Wirkungseintritt fokussiert, bewährt. Besonders hohe Effizienz wurde bei soziophoben Verhaltensmustern wie Rückzug und Kontaktproblemen sowie halluzinogenen Phänomenen im Zusammenhang mit posttraumatischen Störungen oder schizoaffektiven Psychosen beobachtet. Darüber hinaus wären in letzter Zeit positive Erfahrungen bei schwerem Autismus zu verzeichnen.

Interessierte können sich am Samstag, dem 24. September, im Rahmen eines Erntedank-Hoffestes unverbindlich einen persönlichen Eindruck verschaffen.