Krems

Erstellt am 23. August 2016, 05:09

von Jutta Hahslinger

Zündler: „Schaute Feuerwehr gerne zu“. Aus Faszination am Feuerlegen und an Löscharbeiten zündete Lerchenfelder (20) Müllcontainer an und steckte einen Keller in Brand.

Die Bewohner dieses Hauses in Krems mussten über Leitern gerettet werden.  |  NOEN, FF Krems / Wimmer

Mit dem Wurf eines Knallkörpers in einen Papiercontainer in der heurigen Silvesternacht begann es: Der Übeltäter, ein 20-jähriger Lerchenfelder, war von dem entfachten Feuer und den Löscharbeiten der von ihm alarmierten Feuerwehr fasziniert. Nur wenige Wochen später setzte er erneut einen Altpapiercontainer in Brand und beobachtete dann mit Begeisterung die Arbeit der Feuerwehr.

Die Lust am Zündeln und dem Beobachten von Feuerwehreinsätzen nahm bei dem frustrierten arbeitslosen Koch dann offensichtlich immer mehr zu: Am 18. Februar dieses Jahres fackelte er vier Container ab und verursachte dann noch einen Brand in einem Keller eines Mehrparteienhauses in der Liezenerstraße.

Ein Anrainer entdeckte zum Glück den Brand und verständigte die Einsatzkräfte. Beim Eintreffen der Feuerwehr (41 Mann und sieben Löschfahrzeuge) kurze Zeit später stand das Haus bereits in Vollbrand. Das Gebäude war so stark verraucht, dass ein Verlassen der Hausbewohner über das Stiegenhaus nicht mehr möglich war. Die Feuerwehrleute brachten die gefährdeten Hausbewohner über Leitern in Sicherheit.

„Ich hatte das Bedürfnis, etwas brennen zu sehen"

Die angezündeten Container gab der Lerchenfelder vor Gericht zu und bekannte: „Ich hatte das Bedürfnis, etwas brennen zu sehen. Ich war fasziniert.“ Die vorgeworfene Brandstiftung leugnete er hingegen: „Das war keine Absicht. Ich habe beim Verlassen der Wohnung die offene Brandschutztür zum Keller bemerkt und eine Zigarette weggeschnippt. Ich habe keine Matratze angezündet“, beteuerte er.

„Reine Schutzbehauptung“, meinte der Schöffensenat und befand den vorbestraften Lerchenfelder der Brandstiftung und Sachbeschädigung für schuldig.
Urteil: Zusatzstrafe von 18 Monaten bedingt und Psychotherapie – es ist nicht rechtskräftig.