Erstellt am 22. September 2015, 06:42

von Jutta Hahslinger

Psychodroge bestand zur Hälfte aus Mehl. Über das Netz bezog ein arbeitsloser Kremser psychoaktiveSubstanzen, streckte sie und verkaufte sie gewinnbringend weiter.

Die Psychodroge »CMC« werde nasal konsumiert, klärte der Dealer auf.  |  NOEN, zVg

„Ich habe große Probleme gehabt. Ich fand keine Arbeit und wollte, um meine Berufschancen zu verbessern, den Führerschein machen und auf ein Auto sparen. Dafür brauchte ich Geld und das schnell“, erzählt ein 22-jähriger Kremser vor Gericht, warum er zum Drogendealer wurde.

Er sei öfters in Lokalen darauf angesprochen worden. Da sei er auf die Idee gekommen, mit dem Verkauf von Psycho-Drogen schnelles Geld zu machen. Über das Internet habe er dann die psychoaktive Substanz 4-Chloromethacathinon (kurz CMC) erworben, erzählt der gelernte Maschinenbautechniker. Er gibt auch zu, die Substanz zur Hälfte mit Mehl gestreckt zu haben, um noch mehr Profit herauszuschlagen.

„Die pfeifen sich einfach alles rein.“

Selbst bevorzugte der Kremser das natürliche Rauschgift Marihuana und hielt sich von der Psychodroge, die nasal konsumiert wird, fern. „Haben die Abnehmer nicht gemerkt, dass sie sich Mehl durch die Nase zogen?“, wundert sich Richter Gerhard Wittmann und erfährt vom Beschuldigten, dass die meisten über die Wirkung von Psychodrogen nicht wirklich Bescheid gewusst haben. Der Kremser über das Konsumverhalten seiner Kundschaft: „Die pfeifen sich einfach alles rein.“

Ein Drogenverkauf an einen verdeckten Ermittler beendete die Dealer-Karriere des 22-Jährigen.

Der bislang unbescholtene und reumütige Kremser wird rechtskräftig zu fünf Monaten auf Bewährung verurteilt.