Erstellt am 29. September 2015, 07:42

von Karl Pröglhöf

Seltene Dachdeckung verzögert Sanierung. Eigentlich sollte die Apsis der Dominikanerkirche neu eingedeckt werden. Das Denkmalamt ist dagegen.

Die Absperrung des Gehsteiges und der Parkplätze entlang der Dominikanerkirche bleibt noch länger erhalten. Voraussichtlich kann die Dachsanierung aber noch im Herbst in Angriff genommen werden.  |  NOEN, Johann Lechner

Seit vier Monaten sind Gehsteig und etwa sechs PKW-Abstellplätze längs der Dominikanerkirche wegen der Gefahr herabstürzender Dachziegel gesperrt. Zwischendurch war ein Gerüst aufgebaut, vereinzelt sah man Arbeiter. Jetzt ist das Gerüst weg, aber die Absperrung noch immer da.

Und so wird es wohl noch längere Zeit bleiben. Denn bei der geplanten Dachsanierung sind unerwartete Probleme aufgetreten.

Grund ist die Mönch-Nonne-Deckung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Es handelt sich dabei um eine Deckungsart für Steildächer, die schon in der Römerzeit verwendet wurde und die man besonders an Klöstern im mediterranen Raum findet.

Die Dachziegel haben die Form einer halbzylindrischen Röhre, wobei die konvexen Dachziegeln (Mönche), die konkaven Dachziegeln (Nonnen) überdecken.

Historische Mönch-Nonnen-Deckung

„Das Bundesdenkmalamt beharrt unter Berufung auf die Einzigartigkeit dieser historischen Mönch-Nonnen-Deckung nördlich der Alpen auf einem Weiterbestand dieser Dachfläche. Dieser ist allerdings nur bei einer begleitenden jährlichen Wartung sowie einer Absturzsicherung mit einer ziemlich wuchtigen Metallkonstruktion möglich. Derzeit ermittelt das Büro Retter gerade die statischen Anforderungen für diese Absturzsicherung“, erklärt KIG-Geschäftsführer Hannes Zimmermann.

Eigentlich wollte die Stadt eine Neueindeckung des Apsis-Bereiches vornehmen, da ein Gutachter festgestellt hat, dass eine nachhaltige Sanierung nicht möglich ist. Das Denkmalamt war anderer Ansicht.

Sobald ein technisch und wirtschaftlich vertretbares Sanierungskonzept vorliegt, wird die Dachsanierung in Angriff genommen. Diese kann voraussichtlich ohne Gerüst mittels einer Drehleiter erfolgen.