Erstellt am 03. August 2016, 05:00

von Udo Sagl

Störsender soll Stein „handysicher“ machen. Bisher steht die Justizwache dem Problem fast machtlos gegenüber. Illegales Telefonieren ist im Gefängnis gang und gäbe.

Unmittelbare Nachbarschaft: Direkt neben dem Gefängnis liegt das Uni-Gelände – und dort wollen alle ungestört telefonieren. Das erschwert eine technische Lösung des Handyproblems in der Justizanstalt.  |  Helikopter Tours

Betrug aus der Gefängniszelle: Ein Stein-Insasse führte – wie berichtet – mehrere tausend (!) Telefonate, um mit dem gemeinen „Neffentrick“ gutgläubige Opfer aufs Kreuz zu legen. Wie ist das eigentlich möglich?

„Natürlich sind Handys in der Haft strengstens verboten“, erklärt Vollzugsleiter Oberst Ewald Griener. „Tatsache ist es aber auch, dass immer wieder Geräte in die Anstalt geschmuggelt werden.“ Das sei höchst problematisch – unter anderem auch deshalb, weil die Insassen ihr Mobiltelefon immer wieder dazu nützen, um dunkle Geschäfte abzuwickeln.

Was unternimmt nun die Justizwache, um die begehrte Schmuggelware aufzuspüren? Sie verwendet routinemäßig „Mobile Finder“, also Geräte, mit denen zumindest eingeschaltete Telefone registriert werden können.

Razzia-Aktionen ohne dauerhaften Erfolg

Angesichts ausgeklügelter Handy-Verstecke haben die Razzia-Aktionen nur sehr, sehr mäßigen Erfolg. Deswegen fordert die Anstaltsleitung schon seit mehreren Jahren die Errichtung eines Störsenders, der mobiles Telefonieren im Gefängnis unterbinden soll. Dafür bekommt die Justiz aber keine Genehmigung von der Fernmeldebehörde, da die gesamte Nachbarschaft betroffen sein könnte – auch die Donau-Uni, die IMC-Fachhochschule und die Kunstmeile.

Einzige Lösungsmöglichkeit wäre der Einsatz eines Mini-Störsenders. Die Generaldirektion für den Strafvollzug setzt laut eigenen Angaben auf Tests, die in kleinen Justizanstalten laufen. Dort wird derzeit eine Störtechnik ausprobiert, die im Gegensatz zu flächendeckenden Blockern nur einzelne Räume oder einzelne Abteilungen abschirmt.

Verlaufen die Versuche positiv, könnte Stein bald mit einem lokalen Störsender ausgestattet werden.