Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:53

von Jutta Hahslinger

Autofahrer zückte Softgun. Aufs Gaspedal drückte 24-Jähriger, um nicht zu spät zum Fußballtraining zu kommen. Rücksichtslos drängelte er. Dann griff Verkehrsrowdy sogar zu Waffe: „Fühlte mich verfolgt!“

 |  NOEN, www.BilderBox.com
„Ich merkte, da kommt einer sehr schnell. Ich fuhr ihm offensichtlich zu langsam und er drängelte, fuhr ganz knapp auf und er deutete mir, zur Seite zu fahren. Da war aber ein Wagen. Was sollte ich tun, ich habe doch kein Batmobil und kann nicht einfach wegspringen oder mich in Luft auflösen“, erinnert sich die Kremserin (44) vor Gericht an die unliebsame Begegnung mit dem Verkehrsrowdy am 24. Juli dieses Jahres auf der Donaubrücke. Schließlich habe sie dem Drängler Platz machen können, und dieser habe überholt.

Damit war die Sache aber noch nicht ausgestanden: „Er reihte sich vor mir ein und fuhr plötzlich provokant langsam. Da habe ich ihn überholt, dann wieder er“, schildert die 44-Jährige. Ihrem Ehemann am Beifahrersitz sei das Spielchen nicht geheuer gewesen, und er habe eine Anzeige überlegt. Dafür habe er den Wagen dann mit dem Handy fotografiert. Was dann kam, erschüttert die Kremserin noch heute: „Plötzlich sah ich den Lenker eine Waffe zücken und ich dachte, oh Gott, der schießt jetzt.“

„Das war doch nur zur Abschreckung."

„Das war doch nur zur Abschreckung. Ich habe im Rückspiegel gesehen, wie der Beifahrer eine Aussprache andeutete und mir anzeigte, zu stoppen. Ich fühlte mich verfolgt. Ich befürchtete Handgreiflichkeiten. Ich wollte mich nicht schlagen, deshalb habe ich zur Pistole gegriffen, sie nur gezeigt, um mich zu schützen und damit ich meine Ruhe habe“, beteuerte der angeklagte Verkehrsrowdy, ein 24-Jähriger aus Traismauer.

Die beteuerte Opferrolle nahm Richter Michael Marvan dem 24-Jährigen aber nicht ab. „Ein Geständnis ist der wichtigste Milderungsgrund. Kann es nicht sein, dass Sie der aggressive Part waren?“, hakte der Richter nach. „Ja, möglich“, räumte der 24-Jährige dann ein: „Ich war wütend und in Rage.“

Der bislang Unbescholtene kam mit einer Diversion noch einmal mit einem blauen Auge davon: Das Strafverfahren wegen gefährlicher Drohung wird gegen Bezahlung einer Geldbuße von 1.600 Euro eingestellt.