Erstellt am 29. Dezember 2015, 17:48

von Udo Sagl

Kremser City-Kunden: „Zu viele Autos in der Fußgängerzone“. Ärger in der Landstraße: Immer mehr Zustelldienste und diverse Ausnahmeregelungen vermiesen den Einkaufsbummel.

Klare Regeln für Ladezeiten. Aber wer hält sich schon daran?  |  NOEN

50 Jahre und kein bisschen leise! Ausgerechnet zum "Jubiläum" der Fußgängerzone werden Misstöne laut. Denn von „verkehrsfrei“ kann bisweilen keine Rede mehr sein.

„Da fahren zu jeder Tageszeit Autos kreuz und quer durch die Landstraße“, kritisieren verärgerte Kunden der Innenstadt. „Vor allem dort, wo zusätzlich noch Ständer und Tafeln auf der Fahrbahn stehen, wird es zeitweilig so eng, dass Passanten regelrecht bedrängt und verscheucht werden. Solche Zustände gibt es in keiner anderen Fußgängerzone.“

Hintergrund der spürbaren Verkehrszunahme: Seit der Privatisierung der Postdienste steigt die Zahl der Zusteller ständig an. „Diese Boten fahren für jedes Brieflein bis vor das Geschäft“, berichten NÖN-Leser. „Das gehört besser geregelt.“

Was meint die Rathausführung dazu?

Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel bittet prinzipiell um Verständnis für die bestehenden Regelungen: „Die Bewohner und Anrainer der Fußgängerzone brauchen ebenso wie alle anderen Bürger die gesamte Infrastruktur des täglichen Lebens, und die Geschäfte müssen mit ihren Waren versorgt werden. Dazu gibt es ganz klar festgesetzte Zeiten, innerhalb derer diese Lieferdienste unterwegs sein können.“

„Geltende Gesetze sind einzuhalten . . .“

Laut Verordnung ist die Ladetätigkeit (Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen) jeweils auf 6 bis 10 Uhr, 14 bis 15 Uhr und 18 bis 21 Uhr beschränkt.

In der Praxis sieht das anders aus: Autos kurven praktisch durchgehend von früh bis spät durch die Landstraße. Scheichel dazu: „Die Grundlage unseres kommunalen Zusammenlebens ist es, dass die geltenden Gesetze auch eingehalten werden. Wird dagegen verstoßen, ist dies zu ahnden.“

Wie streng oder tolerant sind da die Gesetzeshüter?

„Im Zuge des Polizeistreifendienstes kommt es gelegentlich zu Bestrafungen“, informiert Hannes Zimmermann als zuständiger Bereichsleiter des Magistrats. „Manche Zulieferer verfügen allerdings über eine Ausnahmegenehmigung, da ihnen eine Anlieferung aus logistischen Gründen nur außerhalb der regulären Lieferzeiten möglich ist.“

Übrigens: Die Park-Sheriffs dürfen fahrende Verkehrssünder nicht bestrafen. Zimmermann: „Diese Parkraumüberwachungsorgane sind nur befugt, den ruhenden Verkehr zu kontrollieren . . .“

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