Erstellt am 29. Februar 2016, 06:39

von Jutta Hahslinger

Auf Facebook zum Mord aufgerufen. Weil er mies drauf war, postete Kremser Hitler-Foto mit Aufforderung: „Einfach vergasen“.

 |  NOEN, Symbolbild
Die Frage der Richterin, was er sich dabei gedacht habe, einen Mordaufruf ins Netz zu stellen, kann der 31-jährige Kremser nicht beantworten. Sichtlich peinlich berührt gesteht er ein: „I hab net einmal nachgedacht. I wollt‘ doch net zum Massenmord aufrufen“, kommt es unwirsch.

„Sind Sie im rechten Eck‘ zuhause?“

Harscher Konter der Richterin: „Ein Mord reicht schon!“, und sie hakt hartnäckig nach: „Warum machen Sie so etwas?“

„Ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist. Ich habe in einem Video Kampfszenen von Terroristen gesehen, die Anschläge verübten und da habe ich das gepostet. Es tut mir leid. Ich war an diesem Tag mies drauf“, beteuert der 31-Jährige.

Keine befriedigende Antwort für die Richterin, und sie forscht nach der Gesinnung des Beschuldigten: „Sind Sie im rechten Eck‘ zuhause?“, worauf der 31-Jährige sich in unverständliches Gestammel flüchtet.

Für Anklägerin Susanne Waidecker lässt die Verantwortungslosigkeit des Kremsers keine Diversion zu. Der 31-Jährige wird wegen Aufforderung zu einer Straftat zu einer unbedingten Geldstrafe von 2.160 Euro oder 180 Tage Arrest verurteilt. Nicht rechtskräftig.