Erstellt am 02. Juni 2016, 04:45

von Thomas Werth

Kremser Stadt-Projekte im Fokus. Zwei Tage lang stehen Bauvorhaben, Gebäude und Probleme der Stadt Krems im Mittelpunkt. Die NÖN sprach mit Moderator und Raumplaner Reinhard Seiß über die Aktion.

ORTE-Geschäftsführerin und Gastgeberin Heidrun Schlögl spricht mit Reinhard Seiß spannende Themen in Krems an.  |  NOEN, Thomas Werth

Am Freitag, 3. Juni, und Samstag, 4. Juni, veranstaltet ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich die „Architekturtage“. Die österreichweite Aktion findet in NÖ mit Krems erstmals in nur einer Stadt statt und behandelt brisante Themen wie den Museumsneubau und den Südtirolerplatz. Der Raumplaner Reinhard Seiß wird als Moderator und „Reiseführer“ Interessierte die beiden Tage begleiten.

NÖN: Was erwartet die Interessierten bei den Architekturtagen?
Reinhard Seiß: Eine fundierte Diskussion zu vielen Themen und Projekten in Krems mit den jeweils wichtigen Ansprechpartnern und Akteuren. Wir werden den Innenstadtleerstand genauso ansprechen wie das Thema Verkehr oder das Projekt am Südtirolerplatz.

Warum wurde ausgerechnet Krems als Schauplatz der Architekturtage gewählt?
Weil wir hier alles an einem Ort haben: Große Vorhaben ebenso wie Probleme – der Leerstand in der Innenstadt ist ja kein reines Krems-Problem, der Gewerbepark um nichts besser oder schlechter als in Wien oder Linz. Interessierte können an allen Veranstaltungen teilnehmen oder nur an speziellen, die sie besonders reizen. Ein Vorwissen ist bei keinem Programmpunkt vonnöten.

Als Raumplaner werden Sie ja zu allen Themen selbst eine Meinung haben: Wie sehen Sie etwa die Diskussionen zum Südtirolerplatz?
Er ist heute kein wirklich nutzbarer städtischer Freiraum und verträgt eine Neugestaltung. Ob diese mit einer Tiefgarage verbunden sein muss, ist eine andere Sache.

Warum?
Weil eine Parkgarage keine Probleme löst, sondern neue Autos anzieht. Wenn man aber den Verkehr aus der Stadt haben will, ist das ein Schuss ins Knie.

Aber Innenstadt-Unternehmer freuen sich auf die Tiefgarage.
Den Verkehr in die Innenstadt zu holen ist der falsche Weg, um dem Handel zu helfen. Vielmehr müsste man das Bühl-Center und das Mariandl zu Parkgebühren verpflichten.

Auch für das neue Kunstmuseum soll ein Parkhaus entstehen.
Ich bin überzeugt, dass kein Kunstinteressierter zu Hause bleibt, nur weil er nicht direkt beim Museum parken kann.

Gibt es auch Positiv-Beispiele in Krems?
Sicherlich. Den Gestaltungsbeirat zum Beispiel. Er ist wichtig, um in so einer sensiblen Altstadt große Bausünden zu verhindern. Es stellt sich aber die Frage, warum sich dieser auf Projekte an ausgewählten Orten beschränkt und nicht etwa auch beim Gewerbepark mitspricht. Auch das werden wir debattieren.

Das Programm

Freitag, 3. Juni:

9-12 Uhr: Schüler präsentieren City Guide, Untere Landstraße 28

13.15 Uhr: Mit dem Bürgermeister und Gestaltungsbeiräten durch den Gewerbepark, Gewerbeparkstraße 22

14.45 Uhr: Hochwasserschutz in sensibler Landschaft, Dr. Gschmeidler-Straße/Rechte Kremszeile

16 Uhr: Sanierung von Schloss Gneixendorf, Wasserhofstraße 5

18.30 Uhr: Wohnqualität im verdichteten Flachbau, Am Hundssteig 18

Samstag, 4. Juni:

10 Uhr: Leerstandsspaziergang durch die Innenstadt mit zahlreichen Gesprächspartnern, Ecke Untere Landstraße 58/Eisentürgasse

13 Uhr: Neugestaltung Südtirolerplatz, Vorplatz Stadtcafé Ulrich

14.30 Uhr: Ökologisches Planen und Bauen, Donau-Universität (vor der Kunstinstallation LOOPs)

16.15 Uhr: Neues Kunstmuseum, Steiner Landstraße 5

17.30 Uhr: Verkehr, Welterbeplatz

18.30 Uhr: Abschlussfest bei ORTE, Steiner Landstraße 3

Infos: www.orte-noe.at