Krems

Erstellt am 19. Juli 2016, 02:43

von Udo Sagl

KTK erlässt Platzverbot: Asylwerber ausgesperrt. Sicherheitsmaßnahmen nach einem unsittlichen Vorfall beim Kremser Tennisklub: Sogar ein Leibwächter wurde engagiert.

Neugierig beäugt – bis es zu einem Zwischenfall kam: Die Kremser Tennisdamen „bitten“ fremde Zuschauer nun hinaus. NÖN-Archiv  |  NOEN, NÖN-Archiv

„Wir mussten etwas unternehmen. Dieser Vorfall hat Angst ausgelöst.“ Beatrix Holzinger, Ärztin und engagierte Funktionärin des Kremser Tennisklubs, bestätigt auf Anfrage, dass der KTK-Platz aus aktuellem Anlass für Asylwerber zur Tabuzone erklärt worden ist.

Der „Vorfall“ ereignete sich bei einem Turnier des Damenteams. Drei Schwarzafrikaner hatten sich auf dem benachbarten Damm postiert – offenbar, um die weiblichen Reize zu „bewundern“. Spaziergänger ertappten die Männer dabei, wie sie sich bei offener Hose an sich selbst betätigten. Schließlich griff ein mutiger Zeuge ein: Er verjagte die Sextäter und informierte den Tennisklub.

In der Folge wurde eine Sitzung des Vorstandes einberufen. „Schließlich haben wir auch den bei uns spielenden Kindern gegenüber eine Verantwortung“, so Holzinger. Bisher hatte man es akzeptiert, dass Asylwerber regelmäßig das Klubgelände betraten und als Zuschauer die Tennismädchen neugierig beäugten. Damit ist nun Schluss: „Jetzt machen wir solche Gäste höflich darauf aufmerksam, dass der Tennisplatz eine geschlossene Anlage ist.“

Ein „Bodyguard“ soll für Sicherheit sorgen

Bemerkenswert: Der Klub hat für die laufende Saison einen „Bodyguard“ engagiert, der vor allem Frauen und Kindern ein gewisses Sicherheitsgefühl vermitteln soll.

Sozial-Stadträtin Eva Hollerer berichtet, dass sie Briefe besorgter Eltern erhalten habe: „Ein Fall wie dieser sorgt für Unruhe und untergräbt unsere wertvolle Arbeit in der Flüchtlingshilfe.“ Sozialarbeiterin Manuela Leoni („Verein Impulse Krems“) verweist im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbetreuung auf Werteschulungen: „Dabei stellen wir Verhaltensregeln in den Mittelpunkt.“ Der jüngste „Vorfall“ sei jedenfalls klar zu ahnden, erklärt Leoni. Allerdings sind die Täter noch unbekannt.

Flüchtlingsbetreuerin Manuela Leoni und Beatrix Holzinger, die beim Tennisklub für die Damen zuständig ist.  |  Lechner, privat

Mittlerweile gibt es Hinweise auf weitere gleichartige Vorkommnisse. Die Polizei sichert Opfern und Zeugen absolute Diskretion zu: 059133/3440.