Erstellt am 23. Februar 2016, 04:04

von Thomas Werth

Kremser Tourismus: Erstes Minus seit 2007. Nächtigungszahlen in Krems um 4 Prozent gesunken, die Region Wachau-Nibelungengau-Kremstal verzeichnet hingegen Plus.

Vertreter aus Politik, Verwaltung, Tourismus, Gastronomie, Kultur und Bildung arbeiten an der Tourismusstrategie Krems 2030 mit: Barbara Pia Hartl (ÖAR Regionalberatung), Birgit Brandner Wallner (Donau Schiffsstationen), Erni Breith (Kaufmannschaft Krems), Bürgermeister Reinhard Resch, Michael Frödrich (arte Hotel), Harry Schindlegger, Angelika Wurm (Donau NÖ), Vizebürgermeister Wolfgang Derler und Gabriela Hüther (Krems Tourismus, von links).  |  NOEN, Stadt Krems

Erstmals seit 2007 sind die Nächtigungszahlen in Krems wieder zurückgegangen. 276.663 Übernachtungen bedeutet ein Minus von rund vier Prozent im Vergleich zu 2014. „2008 eröffnete das Vierstern-Hotel Arte und 2012 die für den Gesundheitstourismus relevante Klinik Hollenburg. Anders als 2014 gab es vergangenes Jahr keine Großveranstaltungen, der Weltkongress der Musiktherapeuten war natürlich eine Vorgabe“, erklärt Vizebürgermeister Wolfgang Derler den Rückgang. Zudem habe sich auch die große Hitze negativ ausgewirkt.

Nichtsdestotrotz liegt Krems nach Baden und Schwechat auf dem dritten Platz im NÖ-Ranking und strebt in den kommenden Jahren wieder ein Plus bei den Nächtigungen an. „Unser erklärtes Ziel sind 300.000 Übernachtungen bis zum Jahr 2020“, so Derler.

Helfen soll für dieses Ziel auch ein Entwicklungskonzept unter dem Namen „Tourismusstrategie 2030“. Rund 50 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Tourismus, Gastronomie, Kultur und Bildung arbeiten an diesem Leader-Projekt  im Rahmen von „Krems 2030“ und in Zusammenarbeit mit der ÖAR Regionalberatung GmbH. In der Vorwoche fand das zweite Treffen statt.

„Die stete Entwicklung nach oben hat uns in den vergangenen Jahren gezeigt, welches touristische Potential in Krems steckt. Die Erarbeitung eines neuen Konzeptes soll nun eine Optimierung der Strukturen und eine bestmögliche Nutzung und Entwicklung der touristischen Ressourcen bringen“, erklärt Derler.

So werde es künftig notwendig sein, sich bei wetterbedingten Rückgängen entsprechend darauf einzustellen. „Beispielsweise soll im Sommer das Element Wasser noch mehr zum Tragen kommen“, schildert der Vizebürgermeister. Auch bei Kongressen möchte sich die Stadt künftig stärker positionieren. „Wir sollten uns in Zukunft auf starke mittlere Kapazitäten konzentrieren und dabei Spezialist werden“, betont Derler.

794.085 Nächtigungen in der Region

Positiv bilanzieren kann die Region Wachau-Nibelungengau-Kremstal: Trotz des Kremser Minus (die Stadt hat die mit Abstand meisten Nächtigungen in der Region) konnte mit 794.085 Nächtigungen ein leichtes Plus (+0,8 Prozent) verzeichnet werden.

„Krems setzt stark auf Gesundheits- und Wirtschaftstourismus, viel mehr als die anderen Wachau-Gemeinden, die überwiegend Urlaubsgäste beherbergen. Grundsätzlich kann man aus dem Ergebnis sehen, dass der Urlaubstourismus in der Wachau gut funktioniert“, erklärt Bernhard Schröder, Geschäftsführer der Donau Niederösterreich Tourismus GmbH.

Wandertourismus etabliert sich immer stärker

Zuwächse gab es in der Region vor allem im April (+1,7 Prozent) und Mai (+4,9 Prozent) und besonders stark im November (+17,2 Prozent). Der Zuwachs in den Gemeinden Emmersdorf (+20 Prozent) und Maria Laach (+10,6 Prozent) legt laut Schröder den Schluss nahe, dass sich der Wandertourismus immer stärker in der Region etabliert. „Der Welterbesteig Wachau und auch der Donauradweg werden stärker in der kühleren Jahreszeit frequentiert“, so Schröder.

Zudem zeigt das Nächtigungsergebnis auch einen Trend zur Internationalisierung: In der Region Wachau-Nibelungengau-Kremstal wurde im letzten Jahr ein Plus von 6,1 Prozent bei ausländischen Gästen erzielt, der inländische Markt ist um 0,6 Prozent zurückgegangen.