Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:17

von Jutta Hahslinger

Gepfändetes Auto zu Geld gemacht. Verzweifelte Kremserin verkaufte ihren gepfändeten Pkw und muss dafür nun hinter Gitter.

 |  NOEN, APA

Geldnöte haben eine 45-jährige Kremserin bereits in der Vergangenheit zum Äußersten getrieben: Sie beging Betrügereien und wurde deswegen auch schon zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Das erlittene Haftübel hielt die 45-Jährige aber nicht davon ab, erneut eine Straftat zu begehen: Sie verkaufte ihren gepfändeten Wagen und beging damit das Vergehen der Vollstreckungsvereitelung.

„Ja, ich habe es verkauft“, gibt die Kremserin vor Gericht unumwunden zu. Sie habe aus ihrer Wohnung ausziehen müssen und für die neue Unterkunft Geld für die Kaution gebraucht, erklärt sie. „Es ist sich anders einfach nicht ausgegangen“, beteuert die Kremserin und gibt offen zu, gewusst zu haben, mit dem Autoverkauf neun Gläubiger geschädigt zu haben.

"Der Exekutor geht bei mir ein und aus"

„Immer wenn ich kann, zahle ich Schulden. Der Exekutor geht bei mir ein und aus, aber bei mir ist ja nichts mehr zu holen. Er hat ja schon alles. Aber nun habe ich wieder einen Job und es geht hoffentlich aufwärts“, beteuert die 45-Jährige seufzend.

Vorerst geht es für die Kremserin hinter Gitter. Richter Michael Marvan verhängt über die vorbestrafte Kremserin eine sechsmonatige Gefängnisstrafe. „Sie haben innerhalb der Probezeit erneut eine Straftat begangen. Der rasche Rückfall lässt eine bedingte Freiheitsstrafe nicht mehr zu. Ich sehe aber von einem Widerruf der bedingten Strafnachsichten ab und verlängere die Probezeit auf fünf Jahre“, begründet der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.