Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:53

von Karl Pröglhöf

„Aus“ für Hofbauer und Glaspavillon. Das Traditionsgasthaus schließt in dieser Woche und wird im Jänner abgerissen. Neue Funktion für Wintergarten der Kunsthalle.

Viele Mitarbeiter der Kunstmeile nahmen Abschied vom Museumswirtshaus und Chefin Maria Hofbauer (im Fenster oben).  |  NOEN, Lechner

Im Museumswirtshaus von Franz und Maria Hofbauer in der Kunstmeile gehen in dieser Woche Herd und Lichter aus. Das Traditionsgasthaus muss der neuen Galerie NÖ weichen und wird im Jänner abgerissen. Zuvor wird Hofbauers Kuriositätensammlung – von Pfeffermühlen über Blechspielzeug bis hin zu Schreibmaschinen und Tonbandgeräten – in ein Depot der NÖ Landessammlung nach St. Pölten gebracht. Der Gastgarten wurde ja, wie berichtet, bereits gerodet. Es sind jedoch Ersatzpflanzungen im Nahbereich vorgesehen.

Auch gegenüber, bei der Kunsthalle, tut sich im Zusammenhang mit dem Neubau einiges: Der Glaspavillon kann nur noch kurze Zeit als Gastronomiebereich vom Kunst.Spiel genutzt werden. Dort wird sich in Zukunft der Auf-/Abgangsbereich für die Verbindung der beiden Kulturhäuser befinden.

Ursprünglich war dafür ja eine Brücke angedacht. Sie ist aber im wahrsten Sinn des Wortes in der Versenkung verschwunden. „Es gibt aber nicht nur einen Verbindungsgang, sondern gleich eine unterirdische Ausstellungshalle mit 800 Quadratmetern. Die Mehrkosten fallen nicht wirklich ins Gewicht und man konnte dadurch bei der Höhe des Galeriegebäudes ein Geschoss einsparen“, erklärt Geschäftsführer Gottfried Paulus.

Im Neubau wird auch die Gastronomie ihren Platz finden. Otto Raimitz tüftelt dafür bereits an einem innovativen Konzept.

Kunsthalle sperrt ab Ende Juni vorübergehend zu

Wegen der Baumaßnahmen kommt es auch zu Beschränkungen in der Kunsthalle. So wird der Eingang Ende März in die Dorrek-Straße verlegt. Das Ausstellungsgebäude ist dann im April einer der Schauplätze für das Donaufestival.

Für eine Generalsanierung wird die Kunsthalle dann ab 20. Juni geschlossen. Die Wiedereröffnung ist für das Frühjahr 2017 ins Auge gefasst, die Galerie NÖ soll dann im Herbst folgen.

Hand in Hand mit diesem Großprojekt werden auch die notwendigen Verkehrsmaßnahmen in Angriff genommen. Das ist einerseits die Neugestaltung des Zellerplatzes mit einer Unterführung für die B 3, das Parkdeck neben dem Steiner Sportplatz und nicht zuletzt wünschen sich die Kunstmanager im Bereich der Ausstellungshäuser eine verkehrsberuhigte Begegnungszone.

Einige dieser Punkte (Parkdeck Yachthafenstraße, unterirdische Verbindung) kommen hinsichtlich der notwendigen Verträge auch in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 15. Dezember, ab 15 Uhr zur Sprache und Beschlussfassung.

Künstler, Sammler und Mitarbeiter der Kunstmeile haben sich bereits mit einem letzten Fest von Wirt Franz Hofbauer, der nach 40 Jahren in den Ruhestand tritt, und seiner Frau Maria verabschiedet. Im Museumswirtshaus gaben sich bei unzähligen Feiern Künstler wie Manfred Deix, Otto Waalkes, Thomas Gottschalk, Gottfried Helnwein, Janosch, Hella von Sinnen und „Ironimus“ Gustav Peichl die Klinke in die Hand.

Seiner Pensionierung sieht Franz Hofbauer „schon ein bisserl mit Wehmut“ entgegen; andererseits könnte er „schon seit sieben Jahren in Pension sein“. Dem zukünftigen Museum wünscht Franz Hofbauer „dass es gut geht, denn von der Kunst kann man gut leben – auch geistig“.