Krems

Erstellt am 20. August 2017, 05:51

von Petra Vock

Steiner Artothek bietet Kunst fürs Wohnzimmer. Wer ein Bild für zu Hause oder fürs Büro sucht, hat in der Artothek NÖ in Stein eine große Auswahl. Seit der Gründung sind schon fast 20.000 Werke entlehnt worden.

Christiane Krejs, künstlerische Leiterin der Artothek (linkes Bild), präsentiert mit Iris Hemedinger und Lena Schuster (rechtes Bild) Werke, die man ausleihen kann. Besonders beliebt sind farbenprächtige Bilder. Fotos: J. Lechner  |  J. Lechner

Ein echtes Kunstwerk zu Hause über die Couch hängen, und das für ein paar Euro im Monat? In Krems ist’s möglich: Seit ihrer Gründung vor 15 Jahren sind in der „Artothek NÖ“ in Stein schon fast 20.000 Bilder entlehnt worden.

Genutzt wird das Angebot nicht nur von Privatpersonen und Unternehmen: „Es gibt auch eine Schulklasse, die sich regelmäßig Bilder ausleiht“, erzählt Christiane Krejs, künstlerische Leiterin der Artothek. In manchen Firmen können sich die Angestellten das Bild für ihr Büro sogar selbst aussuchen.

„Kunden zahlen nur die Versicherungsgebühr“

Wie es funktioniert: Wer Interesse hat, kommt in der Steiner Landstraße 3 vorbei und kann hier aus insgesamt etwa 1.500 zeitgenössischen Gemälden und Grafiken aus der Kunstsammlung des Landes NÖ auswählen.

Dabei kann man sich die, auf Ausziehregalen angeordneten, Bilder einzeln ansehen und in Ruhe gustieren. Was gefällt, kann man sich für ein halbes Jahr oder maximal ein Jahr ausleihen und gleich im eigenen PKW mitnehmen.

Christiane Krejs, künstlerische Leiterin der Artothek  |  J. Lechner

Die Preise für das Ausleihen der Originale sind sehr günstig, wie Krejs betont: „Was die Kunden zahlen, ist eigentlich nur die Versicherungsgebühr.“ Privatpersonen zahlen für ein halbes Jahr 18 Euro pro Grafik und 54 Euro pro Gemälde (Firmen: 36 Euro/108 Euro, steuerlich absetzbar).

Die Idee dahinter: Den Menschen Kunst buchstäblich „nahe“ zu bringen: „Wenn man ein Bild für Monate mit nach Hause nimmt, bekommt man einen ganz anderen Zugang dazu“, erklärt Krejs. Und manchmal fällt der Abschied von einem lieb gewordenen Bild so schwer, dass es schließlich gekauft wird.

Land will den Bürgern etwas „zurückgeben“

Und wer mehr über „sein“ Bild wissen will, um es gegen kritische Nachbarn verteidigen zu können, findet in der Artothek kompetente Beratung und eine kleine Bibliothek: „Wir verstehen dieses Haus als Vermittlungsinstitution“, betont Krejs. Das Land NÖ fördere durch seine Ankäufe zeitgenössische Künstler, und durch die günstige Leih-Möglichkeit wolle man den Bürgern etwas „zurückgeben“, erklärt Krejs.

Bei Künstlern ist die Artothek sehr beliebt, da die Kunst hier wahrgenommen wird und nicht nur im Depot liegt: „Wenn das Land etwas von ihnen angekauft hat, fragen sie oft: ,Warum ist das nicht in der Artothek?‘“, erzählt Krejs.

Und was für Bilder kommen bei den Leihnehmern am besten an? „Abstrakte Bilder mit kräftigen Farben“, verrät Krejs. Einige Werke haben lange Vormerklisten und sind für Jahre im Vorhinein ausgebucht.