Erstellt am 05. Februar 2016, 06:03

von Petra Vock

Kurse für 5 Kontinente. In den 90er Jahren drückte er selbst in Krems die Schulbank, jetzt hat Thomas Hobiger Schüler in fast allen Ländern der Erde.

Von Theiß über Wien nach Japan und Schweden: Thomas Hobiger.  |  NOEN, Chalmers Univ. of Technology
Es ist ein kostenloses Angebot für Schüler, Lehrer und alle, die Interesse haben: Die Technische Universität Chalmers in Göteborg veranstaltet Online-Kurse über Erdbeobachtung und Klimawandel. Koordinator und Hauptvortragender ist Thomas Hobiger: Der aus Theiß stammende Geophysiker maturierte 1996 am Piaristengymnasium und ist – nach acht Jahren in Japan – jetzt Universitätsprofessor in Schweden.

„In den Kursen geht es um die vom Menschen verursachten Veränderungen unseres Planeten und um die Fragen: Wie, warum und wo messen wir die?“, erklärt Hobiger. Der erste Kurs beginnt diese Woche und handelt von Erde, Atmosphäre, Biosphäre und CO2-Kreislauf (ein Einstieg ist bis Mitte Februar möglich), im davon unabhängigen 2. Kurs (ab 21. März) stehen Wasserkreislauf und Klimawandel im Mittelpunkt.

Teilnehmen kann jeder, der Englisch versteht, zum Beispiel Gymnasiasten (ab etwa 16 Jahren) und Lehrer: „Wir haben eine Lizenz gewählt, die es Lehrern erlaubt, die Videos für ihren Unterricht zu verwenden, ohne fragen zu müssen“, betont Hobiger. „Und auch für Personen in Entscheidungsebenen könnte es interessant sein, wie Daten zustande kommen.“

"Etwa sechs Stunden pro Woche"

Und wie funktioniert der Unterricht über Internet? „Es gibt kurze Videolektionen, die man sich zu jeder Zeit anschauen kann“, erklärt Hobiger. In einem Diskussionsforum kann man Fragen stellen und sich mit den anderen austauschen, und wer möchte, kann am Ende jeder Woche eine Prüfung ablegen und ein Diplom erwerben. Zeitaufwand: insgesamt etwa sechs Stunden pro Woche.

Die Nachfrage nach dieser Art kostenloser Bildung sei riesig, so Hobiger: „Wir haben Teilnehmer von allen Kontinenten und aus fast allen Ländern, die Zahl ist bereits vierstellig.“ Selbst aus Afrika machen Hunderte Menschen mit – oft nicht am Computer, sondern übers Handy.

Auch einfache Experimente sind geplant, so soll etwa aufgrund eigener Messungen der Teilnehmer eine globale Temperaturkarte erstellt werden. Was ihn an den Kursen fasziniert, sei diese globale Perspektive, sagt Hobiger: „Die Erde kennt keine Grenzen. Um die verschiedenen Aspekte des Planeten zu messen, brauchen wir Menschen von der ganzen Welt, mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten.“
Anmeldung: http://www.chalmers.se/en/news/Pages/MOOC-Sensing-Planet-Earth.aspx