Erstellt am 15. September 2015, 11:05

von Gertrude Schopf

Wallfahrer wurden für Flüchtlinge gehalten. Die Wallfahrer, die nach Maria Dreieichen unterwegs waren, entkamen nur knapp einer Polizeikontrolle.

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Mit "Polizeischutz" war heuer die etwa 25-köpfige Wallfahrergruppe unterwegs, die traditionellerweise den Weg nach Dreieichen zu Fuß absolvierte. Der Weg der Pilgernden führte über das Kamptal nach Stiefern, über Fernitz und Freischling Richtung Zaingrub und Mold, wo der Anstieg zur Wallfahrerkirche beginnt.

Und da passierte es: Den Pilgern folgte plötzlich ganz „unauffällig“ in einiger Entfernung ein Polizeiauto. „Zum Glück hatten wir tatsächlich Polizeibegleitung dabei“, erzählt Stadtpfarrer Jacek Zelek: Manfred Haindl, ehemaliger Postenkommandant und Leiter des Verkehrsreferats am Bezirkskommando, war einer der Wallfahrer und begleitete die Letzten der Gruppe. Er sprach schließlich mit den Polizisten, die ihn natürlich kannten, und klärte die Sache auf.

„Es ist erschreckend, wenn man sieht,
welche Ängste die Leute derzeit haben.“
Jacek Zelek, Stadtpfarrer von Langenlois
und Teil der Wallfahrergruppe

„Die Beamten hatten einen Anruf bekommen, dass da eine Gruppe von Asylwerbern unterwegs sei“, berichtet er, dass die beiden Polizisten vom Posten Horn tatsächlich Nachschau hielten und überprüfen wollten, wer da in der Gruppe unterwegs war. „Die Leute sind in Zeiten wie diesen sensibilisiert“, kann Haindl die Motive des Anrufers nachvollziehen. Aber „es ist erschreckend, wenn man sieht, welche Ängste die Leute derzeit haben“, so Pfarrer Zelek.

Er sprach den Vorfall auch im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes an – Manfred Haindl soll seither als „Flüchtlingsführer“ zu Ehren kommen ...