Erstellt am 16. Oktober 2016, 04:11

von Franz Aschauer

Wein 2016: „Schöner Jahrgang“. Trotz Schädlingsbefall und Frostschäden sind die Winzer mit Qualität und Menge der Trauben zufrieden.

Traubenübernahme und Qualtitätskontrolle bei den Winzern Krems. Weinhauer Franz Lechner aus Rehberg und Kontrolleur Josef Fiedler freuen sich nach einem schwierigen Jahr umso mehr auf gute Weine.  |  NOEN, Norbert Stadler

„Rund die Hälfte der Ernte ist im Keller, die Reifegrade sind sehr gut.“ Nicht nur bei Franz Ehrenleitner, Geschäftsführer der Winzer Krems, herrscht derzeit Aufatmen. Auch in Kamptal ist man – mit Abstrichen – mit Menge und Qualität der Trauben zufrieden.

Nach den Frostnächten im April kann man jetzt also doch noch von einer zufriedenstellenden Erntemenge ausgehen. „Der Frost hat die Lesemenge zwar unangenehm reduziert, dennoch kann man das verkraften“, versichert Ehrenleitner.

Auch bei der Qualität hatte man nach einem vergleichsweise kühlen und verregneten Sommer Bedenken, ein sehr schöner September holte allerdings die Kohlen aus dem Feuer.

„Dank des warmen und trockenen Wetters konnte der Zuckergehalt in den Trauben noch einmal richtig zulegen. Es hätte aber ruhig noch ein bisschen länger schön bleiben können“, spricht der Langenloiser Weinbauvereinsobmann Erich Kroneder den unerwünschten Wetterumschwung an. „Wegen verfaulter Trauben müssen wir die Weingärten teilweise zweimal ablesen.“

Auch bei den Winzern Krems ist man über die aktuelle Wetterlage unglücklich: „Das kühle Wetter ist nicht unbedingt schlecht für die Trauben. Der Regen ist das Problem, für die Leseeinteilung ist das organisatorisch eine schlimme Sache“, so Ehrenleitner.

Kirschessigfliege sorgt für Ernteausfälle

Neben den überall erlittenen Frostschäden ist es im Kamptal vor allem ein exotischer Schädling, der den Winzern zu schaffen macht. „Wir rechnen mit Ausfällen bis zu 20 Prozent durch die Kirschessigfliege“, schildert Kroneder. Erst 2011 tauchte das aus Asien stammende Insekt in Österreich auf. „Das Tier sticht die Trauben an und macht das Innere zu Essig. Die befallenen Früchte müssen alle weggeschnitten werden.“ Grund für das Auftreten der Kirschessigfliege war ironischerweise das allseits positiv aufgenommene September-Wetter.

Nach unzähligen Strapazen und Wetterkapriolen ist die Freude über die doch noch gelungene Ernte jedenfalls groß: „In Anbetracht dieser Ereignisse darf man wirklich zufrieden sein. Wir werden einen schönen, klassischen Jahrgang bekommen“, so Franz Rehrl von der Landwirtschaftskammer.