Erstellt am 10. Februar 2016, 04:18

von Jutta Hahslinger

Liebeskummer: Mit Auto auf und davon. Verliebter Kremser (22) drehte nach Beziehungsaus durch. Er wollte einfach nur weg, und er kam nach Probefahrt nicht mehr zurück.

»Ich muss dringend zur Arbeit«, meinte der auf Höhe Strögen auf der Bundesstraße 2 gestoppte Raser, der von den Horner Polizisten mit 182 km/h gemessen wurde.  |  NOEN, Symbolfoto: www.shutterstock.com

"Ich hatte Probleme in meinem damaligen Job, und dann hat mich auch noch meine Freundin abserviert. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen“, erinnert sich ein 22-jähriger Kremser vor Gericht an den 20. April vergangenen Jahres und an sein damaliges Gefühlschaos.

Es sei ihm alles egal gewesen und er habe einfach nur weggewollt: „Dafür brauchte ich aber ein Auto. Ich ging zu einem Kremser Händler und gab vor, mir einen Wagen kaufen zu wollen. Ich bekam ein Auto für eine Probefahrt. Nach einer Stunde sollte ich es wieder retourbringen“, schildert der Handwerker.

„Ich habe Scheiße gebaut“

Sichtlich zerknirscht gesteht er seufzend: „Ich kam nicht mehr zurück.“ Nachdem er sich noch Kennzeichentafeln organisiert – von einem geparkten Wagen einfach abmontiert– und ohne zu zahlen getankt hatte, ging die Fahrt nach Italien. Auf dem Retourweg flog er an der Grenze auf und marschierte freiwillig zur Polizei: „Ich habe Scheiße gebaut“, gestand er die ausgedehnte Probefahrt ein.

Richter Michael Marvan gewährte dem reumütigen und einsichtigen Kremser mit einer Diversion – Einstellung des Verfahrens nach Erbringung von 50 Stunden gemeinnütziger Leistung – noch eine Chance.