Erstellt am 21. Dezember 2015, 10:38

von Karl Pröglhöf

Manfred Löffler: Letzte Fahrt mit Getöse. 38 Jahre lenkte Manfred Löffler (65) ÖBB-Busse zwischen Hohenwarth und Krems. Auf seiner Abschiedsfahrt chauffierte er Freunde und Wegbegleiter.

Manfred Löffler: »Bin Busfahrer mit Leib und Seele.« Foto: B. Lechner  |  NOEN, B. Lechner

„Just married“ steht üblicherweise auf einem Fahrzeug, das mit angehängten Dosen scheppernd durch die Gegegend fährt.

„Fahrt in die Pension“ stand hingegen auf dem ÖBB-Bus, mit dem Manfred Löffler auf seiner „Hausstrecke“ von Hohenwarth über Straß und Grafenegg geräuschvoll dem Ruhestand entgegenfuhr. Auf seiner letzten Fahrt stiegen nach und nach Wegbegleiter, Kollegen und Stammkunden zu.

Sonderfahrten, Reinigung und Service

„Mandi“ Löffler ist eine Ausnahme von der (ÖBB-)Regel: Er hat den 65er schon einige Monate hinter sich, und es fällt ihm noch immer schwer, nicht mehr hinter dem Lenkrad eines Linienbusses sitzen zu dürfen: „Ich bin nämlich für mein Leben gern Chauffeur.“

1975 hat Löffler seine ÖBB-Laufbahn in der Werkstätte begonnen, ein Jahr später wechselte er in den Fahrdienst. Bald danach suchte Josef Lehmerhofer, damals Stammchauffeur auf der Strecke Mühlbach-Krems, nach einem Nachfolger und fand ihn in Löffler, der nach 38 Jahren wohl jeden Rumpler auf dieser Strecke kennt.

Neben dem Liniendienst saß Löffler auch bei Sonderfahrten für Schüler- und Weinbauvereinsexkursionen sowie Pensionistenausflüge hinter dem Buslenkrad und für eine Sraßer Firma sprang er auch als LKW-Fahrer ein. In Summe ist er geschätzte 3 Millionen Kilometer hinter dem Steuer gesessen.

Unter den Kollegen ist Löffler auch dafür bekannt, dass er den Bus immer tipp-topp gereinigt an den nächsten Fahrer übergeben hat. Darüber hinaus kümmerte er sich in der Bus-Zentrale auch um die Servicearbeiten: Ob ein Wasserschlauch in der Waschhalle oder der Staubsauger nicht funktionierte – Mandi kümmerte sich darum und war sich mit über 35 Dienstjahren nicht zu schade, um mit Besen und Schaufel die Halle zu kehren.

Nun tritt mit „Lehrbua“ Gerhard Schwabl wieder ein Straßer in Löfflers Fußstapfen.