Erstellt am 25. September 2015, 09:42

von Karl Pröglhöf

Brücke vor 70 Jahren zurück an Österreich. Zeitgeschichte | Deutsche Truppen sprengten die Donaubrücke, die Rote Armee reparierte sie und übergab sie an Staatskanzler Renner.

Vor zehn Jahren gab es eine Gedenkfeier vor der Tafel mit russischer Inschrift: Franz Hölzl, Armin Sonnauer, Alexander Millytun, Andrey Stukow, Franz Langthaler, Gerhard Skalvy und Josef Hadrbolec.  |  NOEN, Johann Lechner

Es war vor 70 Jahren nahezu ein Staatsakt, als am 30. September 1945 die wieder instandgesetzte Mauterner Donaubrücke von den sowjetischen Besatzern an die Republik Österreich übergeben wurde. Selbst Staatskanzler Karl Renner nahm an der feierlichen Zeremonie teil.

In den Monaten zuvor war die Brücke – sie wurde heuer 120 Jahre alt – nicht passierbar, weil abziehende deutsche Truppen in der Nacht zum 8. Mai – wenige Stunden nach der Zerstörung der Eisenbahnbrücke – zwei Brückenfelder herausgesprengt hatten. Am 1. Juli begann die Rote Armee unter Einsatz eigener Ingenieure, von Mitarbeitern der Firma Waagner-Biro und Kriegsgefangenen mit der Reparatur der wichtigen Verkehrsverbindung.

Wiedererrichtung der Brücke in Rekordzeit

„Dieser Brücke kommt eine wichtige Militär- und wirtschaftliche Bedeutung zu. Dank der präzisen Organisation und des hohen Tempos der Arbeiten konnte die Wiedererrichtung der Brücke in einer Rekordzeit von nur 60 Tagen, das heißt 12 Tage vor der geplanten Fertigstellungsfrist, durchgeführt werden“, schreibt der russische Marschall Konev als Einleitung zu einem Befehl, die Brückenübergabe an die österreichische Regierung vorzubereiten.

Der Mauterner Lokalhistoriker Josef Hadrbolec hat sich intensiv mit dieser Zeitphase auseinandergesetzt und möchte bei einem Vortrag darüber auch Zeitzeugen miteinbinden.