Erstellt am 14. Oktober 2015, 13:00

von APA Red

Mauthausen-Komitee kritisiert geplante Simlinger-Auszeichnung. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) hat am Mittwoch eine geplante Auszeichnung des Alt-Bürgermeisters von Gföhl (Bezirk Krems), Karl Simlinger (ÖVP), scharf kritisiert.

»Mir gehen die Scheiß-Asylanten sowieso am Oasch, aber schuld sind die Pressefritzen, die gehören aufgehängt, de san wia de Juden.« Das soll der Gföhler Stadtchef Karl Simlinger im Rahmen einer Stadtratssitzung im Dezember von sich gegeben haben. SPÖ-Stadtrat Günter Steindl gab die Aussagen prompt an alle möglichen Medien weiter - und Simlinger kurz darauf seinen Rücktritt bekannt.  |  NOEN, Archiv

Vorsitzender Willi Mernyi richtete in einer Aussendung den Appell an Parteiobmann Landeshauptmann Erwin Pröll, die vorgesehene Ehrenringverleihung zu verhindern.

Simlinger sei im Dezember 2013 "wegen einer besonders üblen antisemitischen und rassistischen Äußerung" als Stadtchef zurückgetreten, erinnerte das MKÖ.

"Mir gehen die Scheiß-Asylanten sowieso am Oasch, aber schuld sind die Pressefritzen, die gehören aufgehängt, de san wia de Juden!", soll er damals bei einer Sitzung bezüglich eines geplanten Asylheims gesagt haben – NÖN.at hatte berichtet:



Am Dienstag hätte der Gföhler Gemeinderat beschließen sollen, ihm den Ehrenring zu verleihen. Die von der ÖVP (stellt 14 der 23 Mandatare) vorbereitete Beschlussfassung sei nur durch den Auszug aller anderen Fraktionen vorerst verhindert worden.

Simlinger hatte nach gegen ihn gerichteten Rassismus- und Antisemitismus-Vorwürfen vor knapp zwei Jahren die Konsequenzen gezogen.

Er habe sich "zu einer Aussage verleiten lassen, die meinem Weltbild und meiner persönlichen Einstellung eklatant widerspricht", betonte er damals, bestritt allerdings, dass in der nicht öffentlichen Besprechung die Wörter "Scheiß Asylanten" und "aufhängen" gefallen seien. Sollte er Menschen verletzt haben, entschuldige er sich "in aller Deutlichkeit" dafür.

Mernyi bezeichnete es am Mittwoch als unverständlich, dass die Mehrheit des Gföhler Gemeinderats einen "Judenhasser" ehren wolle. Da fehle offenbar jede Sensibilität.