Erstellt am 06. Januar 2016, 05:28

von Udo Sagl

Ministeramt: Chance für Resch bei 20:80. Die Entscheidung steht knapp bevor: Wechselt der Kremser Bürgermeister in die Bundesregierung?

Für höhere Aufgaben im Gespräch: Stadtchef Reinhard Resch und Minister Rudolf Hundstorfer (hier bei einer Kampagne gegen Jugendarbeitslosigkeit in Krems).  |  NOEN, Lechner

"Es ist eine Ehre, in diesem Zusammenhang genannt zu werden. Mehr will ich dazu nicht sagen.“ Stadtchef Reinhard Resch schweigt sich zu Spekulationen, wonach er in die Bundesregierung wechseln könnte, weiterhin aus.

Wie berichtet, war der Stadtchef schon im vergangenen Sommer ins Gespräch gekommen. Damals hieß es, Resch stehe in der SPÖ an oberer Stelle einer Namensliste möglicher neuer Kandidaten für ein Ministeramt. Denn falls Rudolf Hundstorfer, wie angedacht, für das Bundespräsidentenamt kandidiert, wird das Sozialressort frei. Laut Insidern soll dann Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser das Sozialministerium übernehmen. Und dann wird das Gesundheitsressort frei.

Resch bestätigte im Vorjahr in einem NÖN-Interview, parteiintern auf ein Ministeramt angesprochen worden zu sein: „Ja, ich bin von kompetenter Stelle gefragt worden, ob ich bereit wäre . . .“

Personalrochade oder „direkter“ Wechsel?

In den kommenden zwei, drei Wochen ist zumindest eine Vorentscheidung fällig. Die SPÖ wird einen Kandidaten für die Hofburg nominieren. Wenn er Hundstorfer heißt, könnte es zur angedachten Personalrochade (Oberhauser Sozialministerin, Resch Gesundheitsminister) kommen. Theoretisch könnte Resch auch „direkt“ ins Gesundheitsministerium einziehen. Nämlich dann, wenn Oberhauser – wie ebenfalls spekuliert wird – selbst für das Präsidentenamt kandidiert.

Für einen Aufstieg von Resch sprechen seine weithin anerkannte fachliche Kompetenz als Arzt sowie die Tatsache, dass er einer der wenigen SPÖ-Politiker Österreichs ist, die in jüngster Zeit einen Wahlsieg verbuchen konnten.

Nicht sehr stark in Partei verankert

Allerdings: Resch ist als „Spätberufener“ in der Partei nicht sehr stark verankert. Insider bewerten die Chancen des Stadtchefs auf ein Ministeramt nur mit etwa 20:80 Prozent. Begründung: „Er hat zu den Seilschaften relativ wenig Kontakt. Die Landesparteien, die Kammern und die Gewerkschaft werden einiges mitzureden haben.“

Resch sieht das alles betont gelassen: „Ich bin gerne Bürgermeister von Krems.“