Erstellt am 25. März 2016, 04:24

von Gertrude Schopf

Neue Schutzmethoden: Verwirren & Räuchern. Im Kampf gegen den Traubenwickler und gegen Frühjahrsfrost sind die Winzer sehr innovativ.

Präsentieren die Langenloiser Riedenkarte: Weinbauvereins-Obmann-Stellvertreter Rudi Rabl, Josef Grillmaier, Obmann Erich Kroneder und Rudolf Trautinger.  |  NOEN, Schopf

Die "Verwirrung" war eines der zentralen Themen bei der jüngsten Sitzung des Weinbauvereins: Obmann Erich Kroneder sprach die Ausbringung von Pheromon-Dispensern an, mit denen der Traubenwickler, ein Schädling in den Weingärten, umweltschonend bekämpft wird.

Seit neun Jahren wird diese Methode angewendet, um den kleinen Schmetterling, der im Larvenstadium erheblichen Schaden an Blüten und Trauben anrichten kann, bei der Partnersuche mit Lockstoffen so zu verwirren, dass er orientierungslos wird und sich damit nicht fortpflanzen kann. Mittlerweile sind (fast) alle Weingärten in der Großgemeinde Langenlois und auch zum Teil in Lengenfeld auf diese Weise geschützt.

„Räuchern“: Ein Versuch

„Diese Verwirrtechnik sollte natürlich flächendeckend eingesetzt werden. Wir liegen schon bei über 90 Prozent - einige Winzer sind leider nicht zu überzeugen. Es sollte uns allen wichtig sein, Spritzmittel und Gift zu vermeiden“, appellierte Kroneder an seine Kollegen mitzumachen. Die Ausbringung sei jedes Jahr ein „organisatorischer Großaufwand“, wobei sich vor allem Hubert Traxler senior und junior und Norbert Rosner sehr engagieren.

Eine weitere „revolutionäre“ Schutz-Methode gegen Frühjahrsfrost in den Weingärten ist das „Räuchern“: Im Vorjahr haben bei einem Kälteeinbruch Anfang April im Kremsfeld einige Winzer versucht, durch das Anzünden von Stroh und frischer Rebholzteile in den Weingartenzeilen die Luft so anzuwärmen, dass keine Minusgrade entstehen. Auch heuer wurde diese Methode von der Behörde genehmigt, Polizei und Feuerwehr werden mit eingebunden, es gibt einen Notfallplan, wer wo was tun sollte. „Es ist ein Versuch“, so Kroneder.

Die Riedenkarte für das Weinbaugebiet Langenlois ist nach vielen Diskussionen fertiggestellt, die Namen der Rieden sind nun amtlich festgelegt.