Erstellt am 21. Juni 2016, 04:30

von Karl Pröglhöf

„Neue Struktur ist Aufwertung“. Die 3. Panzergrandierbrigade feiert ihr 60-Jahr-Jubiläum – und sieht neuen Aufgaben entgegen.

Zuletzt gab es im Jahr 2003 eine Parade des Bundesheeres auf der Ringstraße. Bundesheer.  |  NOEN, Bundesheer.

Wenn die 3. Panzergrenadierbrigade mit dem Kommando in Mautern am 2. Juli ihr 60-jähriges Bestehen im Kremser Stadtpark feiert, ist dies zugleich der Abschied von der Truppe in der bisherigen Form. Wie berichtet, wird aus „der Dritten“ voraussichtlich mit Jahreswechsel das „Kommando Schnelle Einsätze“.

„Das wird an der zuverlässligen und kompetenten Zusammenarbeit nichts ändern“, ist Bürgermeister Reinhard Resch überzeugt, dass die 1983 geschlossene Partnerschaft mit der Brigade weiter Bestand haben wird. Assistenzeinsätze, etwa bei Hochwasser, bleiben weiterhin im Aufgabenbereich der Soldaten aus Mautern.

Parade sorgt für Verkehrsbehinderungen

Bei der Jubiläumsfeier sind ab 8 Uhr eine Waffen- und Fahrzeugschau, um 11 Uhr ein militärischer Festakt mit Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil sowie als Abschluss ein Vorbeimarsch mit 44 (teils historischen) militärischen Fahrzeugen auf der Ringstraße geplant.

Die Parade wird vorübergehend für Verkehrsbehinderungen sorgen. Schon am Freitag, 1. Juli, wird die Ringstraße am Nachmittag im Bereich des Stadtparks für die Aufbauarbeiten der Tribüne gesperrt. Am Samstag gibt es Einschränkungen im Bereich Wienerstraße/ Ringstraße von 11 bis 13 Uhr.

Gesprächsthema ist in diesen Tagen außerdem die Neustrukturierung des Bundesheeres, von der auch die 3. Panzergrenadierbrigade nicht unwesentlich betroffen ist.

 

Brigadier Habersatter im NÖN-Gespräch

Kommandant Brigadier Christian Habersatter nahm dazu im Gespräch mit der NÖN Stellung.

NÖN: Kommt für Sie diese neue Aufgabenstellung „Schnelle Einsätze“ überraschend?
Christian Habersatter: Nein, wir waren in den Entscheidungsprozess in den vergangenen Wochen miteingebunden. Außerdem hat sich schon in den vergangenen Jahren einiges in diese Richtung hin geändert. Die letzten politischen Entscheidungen im nationalen Verteidigungsrat und im Ministerrat stehen allerdings noch aus.

Was ändert sich innerhalb der Brigade?
Das Panzerbataillon in Großmittel kommt zum Kommando der 4. Panzergrenadierbrigade, wo das schwere Gerät zusammengefasst wird. Zu uns kommt im Gegenzug das Kommando der Militärpolizei. In Summe sehe ich eine Aufwertung und eine Absicherung des Standortes Mautern.

Die Panzer sind in Mautern bald Geschichte. Was kommt dann?
Wir bekommen leichtere beschusssichere Räderfahrzeuge, wie wir sie jetzt schon bei den Auslandseinsätzen in Verwendung haben. Im Endeffekt bringt die Neustrukturierung eine höhere Spezialisierung. Wir haben nach den Terror-Anschlägen in Frankreich und Belgien gesehen, welche wichtige Rolle das Heer im Sicherheitskonzept einnehmen kann.

Wird es zu einer Veränderung der Mannschaftsstärke kommen?
Nein. Wir müssen aber die Ausbildung unserer rund 350 Kadersoldaten an die neuen Erfordernisse anpassen und werden daneben im Jahr etwa 600 Grundwehrdiener ausbilden.

Was passiert mit ihrem Verbandsabzeichen?
Die Bezeichnung „3.PzGrenBrig“ wird verschwinden. Ob wir weiterhin das Hesserkreuz und das Kleeblatt als Symbole führen werden –  darüber haben wir intern noch nicht entschieden.