Erstellt am 22. Dezember 2015, 07:47

von Karl Pröglhöf

Nun doch Ehrenring für Simlinger. Der Gemeinderat vergab mit der notwendigen Stimmenmehrheit die zweithöchste Auszeichnung an Ex-Stadtchef Simlinger.

»Mir gehen die Scheiß-Asylanten sowieso am Oasch, aber schuld sind die Pressefritzen, die gehören aufgehängt, de san wia de Juden.« Das soll der Gföhler Stadtchef Karl Simlinger im Rahmen einer Stadtratssitzung im Dezember von sich gegeben haben. SPÖ-Stadtrat Günter Steindl gab die Aussagen prompt an alle möglichen Medien weiter - und Simlinger kurz darauf seinen Rücktritt bekannt.  |  NOEN, Archiv
Im zweiten Anlauf hat der Beschluss zur Verleihung des Ehrenringes an den früheren Bürgermeister Karl Simlinger doch geklappt. Wenngleich etwas holprig: In einer geheimen Abstimmung gab es dafür die notwendige Zweidrittel-Mehrheit. Nach entsprechenden Äußerungen im Vorfeld darf angenommen werden, dass die SPÖ und der Grün-Mandatar gegen die Ehrung gestimmt haben.

Grund für die eher unübliche Nicht-Einstimmigkeit für eine derartige hohe Auszeichnung liegt in einer Aussage Simlingers vor ziemlich genau zwei Jahren, in der er sich bei der Diskussion über ein Flüchtlingsquartier abfällig über Asylanten, Juden und „Pressefritzen“ geäußert hatte. Letztlich zog er die Konsequenzen und trat zurück.

Die Abstimmung im Oktober war gescheitert, weil die Opposition die Sitzung davor verlassen hatte. Auch jetzt gab es im Vorfeld Proteste des Mauthausen-Komitees und der sozialdemokratischen Freiheitskämpfer, die Simlinger, der 17 Jahre Bürgermeister der Stadt war, als „notorischen Judenhasser“ und Antisemiten titulierten.

Ebenfalls beschlossen wurden Auszeichnungen (Ehrennadeln, Wappenplaketten) für die im Jahr 2015 ausgeschiedenen Mandatare und Ortsvorsteher.

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