Erstellt am 13. Oktober 2015, 13:57

von Christian Leneis

ÖVP Lengenfeld wirft Thaller Versagen vor. Nach Meinung der ÖVP hat Ernst Thaller, ehemaligerÖVP-Vize, als Finanzreferent versagt. Der spielt den Ball zurück.

Vizebürgermeister Ernst Thaller, einst von der ÖVP, sieht sich heftigen Attacken ausgesetzt.  |  NOEN, Foto: Leneis

Der Prüfbericht des Landes (die NÖN berichtete) hat der abgewählten ÖVP-Gemeindeführung kein gutes Zeugnis ausgestellt. Von jahrelang verschleppten Bauakten über Wasserzähler, die 20 bis 30 Jahre nicht geeicht wurden, und nicht im Gemeinderat diskutierten Ausgaben, bis hin zu massiven Außenständen bei den einzuhebenden Gebühren war die Rede. ÖVP-Gemeindeparteiobmann Christoph Konicek sieht in einem „totalen Versagen“ des ehemaligen ÖVP-Finanzchefs die Ursache.

„Brüstete sich Thaller noch im Dezember, die Gemeindefinanzen saniert zu haben, so kommt jetzt das wahre Ausmaß seiner Tätigkeit zutage“, ereifert sich Konicek. „Durch die unqualifizierte Leitung des Finanzressorts werden die Lengenfelder Bürger wohl überproportionale Belastungen und die Vereine schmerzhafte Einschnitte zu spüren bekommen.“

Und weiter: Die Situation ist nach Meinung der ÖVP derart prekär, dass sogar eine Sperre von Landesmitteln im Raum steht. „Thaller hat bewiesen, dass er für das Finanzressort in der Gemeinde untragbar ist und sollte seine persönlichen Konsequenzen daraus ziehen“, zieht Konicek Bilanz.

Thaller spielt den Ball zur ÖVP zurück

Diese Vorwürfe will sich Ernst Thaller, jetzt Vizebürgermeister und Listenführer der „Bürgerliste“ (Thaller ist nach Kontroversen mit der ÖVP ein halbes Jahr vor der Wahl als Vizebürgermeister und Finanzreferent zurückgetreten), nicht gefallen lassen: „Offenbar sucht die ÖVP Lengenfeld einen Schuldigen. Das bin aber nicht ich!“

Thaller berichtet, dass er vor genau einem Jahr wegen seiner Entfremdung mit der ÖVP von fast allen Funktionen in der Gemeinde zurückgetreten und „einfacher Gemeinderat“ geblieben ist. Der nachfolgende Vizebürgermeister und Finanzreferent war, so Thaller weiter, vom Oktober 2014 bis zur Konstituierung im März 2015 Andreas Schuster von der ÖVP.

„Ich habe in meiner Funktion als Finanzreferent immer wieder Mahnungen und Gebührenanpassungen eingefordert“, erklärt Thaller weiter. „Die Hauptverantwortlichkeit liegt aber gemäß der Gemeindeordnung beim Bürgermeister! Mir da den ,Schwarzen Peter’ zuschieben zu wollen, ist der Gipfel!“ Thaller weist auch darauf hin, dass im Gebarungsbericht des Landes weder sein Name, noch seine Funktion dezidiert genannt werden. Er will rechtliche Schritte ergreifen.