Krems

Erstellt am 23. Mai 2017, 04:07

von Petra Vock

Patrik: Studienbeginn mit 14 Jahren. Das Kremser Piaristengymnasium bietet talentierten Schülern die Chance, neben der Schule schon zu studieren. Heuer nutzen zwei Schüler dieses außergewöhnliche Angebot.

Studium neben der Schule:Patrik Wintersberger und Valentin Roher. Foto: BG/BRG Piaristengasse Krems  |  BG/BRG Piaristengasse Krems

Als er anfing, Vorlesungen an der FH Campus Wien zu besuchen, war er erst 14 Jahre alt: Patrik Wintersberger aus Theiß, inzwischen 16, ist neben Valentin Roher (16) aus Furth einer von zwei Kremser Schülern, die neben der Schule bereits studieren – der eine „Molekulare Biotechnologie“, der andere „Astronomie“.

Bei dem Projekt „Schüler an die Hochschulen“ handelt es sich um ein außergewöhnliches Angebot des Piaristengymnasiums Krems im Rahmen der Begabtenförderung: „Meines Wissens sind wir die einzige AHS in ganz Niederösterreich, die an diesem Projekt teilnimmt“, berichtet die betreuende Lehrerin Patricia Kirchknopf.

Leidenschaft für Bio: „Wollte das unbedingt machen“

Und wie funktioniert das Studieren neben der Schule? „Einmal in der Woche bin ich einen Tag nicht in der Schule“, erzählt Patrik. An diesem Tag ist er offiziell entschuldigt und sitzt an der FH Campus in Wien mit den anderen Studenten im Hörsaal. Derzeitiges Thema: „Zellbiologie der Eukaryoten“.

Im letzten Semester hat er sogar drei Vorlesungen besucht und alle drei Prüfungen bestanden: „Mit einem Einser, einem Zweier und einem Dreier“, berichtet er. Den versäumten Schulstoff nachzuholen sei kein Problem: „Ich muss nur schauen, dass ich halt nicht bei Schularbeiten fehle.“

Patriks Leidenschaft für Biologie zeichnete sich bereits in der 4. Klasse ab, und so kam er zur Begabtenförderung. Mit dem Studium fing er voriges Jahr an, als er in die 5. Klasse ging: „Ich wollte das unbedingt machen.“

Dabei war Hartnäckigkeit gefragt, denn von der ersten Uni bekam er zuerst keine Antwort und dann einen Korb: „Die Veterinärmedizinische Universität Wien hat mir dann nach vielen Anrufen erklärt, dass sie bei dem Programm nicht mitmachen will.“ Jetzt ist er sogar froh darüber: „Die FH Campus Wien ist wirklich super spitze!“

Und warum tut man sich so etwas neben der Schule an? Zum einen aus Wissbegier, zum anderen könne man sich so das spätere Studium verkürzen, erklärt Patrik: „Die Vorlesungen werden angerechnet.“

Ferial-Praktikum an der Donau-Universität

Außerdem durfte er an der FH Campus Wien bereits ein Praktikum machen, und heuer im Sommer absolviert er ein Praktikum an der Donau-Universität. „Da muss ich nicht so weit fahren“, freut sich der Schüler, der an seinen Uni-Tagen insgesamt drei Stunden Fahrzeit auf sich nimmt.

Praktischer wäre es deshalb ja, wenn er direkt in Krems studieren könnte, meint Patrik: „Aber die IMC Fachhochschule Krems macht bei dem Programm leider nicht mit.“

Ob er nach der Matura Biotechnologie weiterstudieren wird oder Medizin, hat er noch nicht entschieden, aber: „Mein Ziel wäre es, einmal eine Pharma-Firma zu eröffnen.“