Krems

Erstellt am 23. Mai 2017, 04:48

von Franz Aschauer

Kremser Parteien setzen vor Wahl auf Facebook. Soziale Medien werden für Parteien immer wichtiger. Auch die ÖVP möchte deswegen bis zum Sommer eine eigene Seite aufbauen.

Immer mehr Leute beziehen ihre Informationen aus sozialen Netzwerken wie Facebook. Zunutze machen sich das auch politische Parteien, die dafür auf Bundesebene eigene Social-Media-Experten beschäftigen, um eine bestmögliche Betreuung der Seiten zu gewährleisten.

Rosenkranz: „Wichtig, dass es sich um ein lebendiges Produkt handelt“

Auch in Krems setzen die meisten Parteien auf einen Facebook-Auftritt. Allen voran die FPÖ, die mit über 2.000 Likes das Ranking der Partei-Seiten klar anführt. Zurückzuführen ist die große Sympathie der User wohl auch auf die Facebook-Affinität des FPÖ-Bundesparteiobmanns.

„Die FPÖ setzt von Heinz-Christian Strache abwärts sehr stark auf soziale Medien und das Ganze wird in Zukunft auch noch ausgebaut. Wichtig ist bei solchen Seiten, dass es sich um ein lebendiges Produkt handelt. Wenn nur alle vier Wochen etwas gepostet wird, ist das zu wenig“, erklärt Stadtparteiobmann Walter Rosenkranz. Selbst benutzt der Nationalratsmandatar die soziale Plattform nicht. „Dafür habe ich einfach keine Zeit.“

„Facebook ist halt nicht wie Twitter, wo Donald Trump beliebig viel in eine Richtung zwitschern kann.“Thomas Höhrhan, Obmann der ÖVP-Stadtpartei

Im Gegensatz dazu steht Bürgermeister Reinhard Resch, der ein privates Facebook-Profil benutzt und damit auch in diversen Foren aktiv ist. Seine Partei, die SPÖ, ist hingegen nicht auf Facebook vertreten. „Ich denke, dass soziale Medien immer in Verbindung zu Personen stehen sollten. Deswegen ist ein Auftritt der SPÖ Krems derzeit auch nicht angedacht“, so Resch.

Gerüchte, dass er einen eigenen Social-Media-Beauftragten für seinen Facebook-Account engagiert hat, dementiert der Stadtchef. „Es sind lediglich ein paar Leute, die mich da unterstützen. Bei meinem Blog hilft mir außerdem ein lieber Freund“, erzählt Resch.

Bis jetzt nicht durch Facebook-Präsenz geglänzt hat die ÖVP. Stadtparteiobmann Thomas Höhrhan möchte diesen Umstand aber möglichst schnell ändern. „Geplant ist, bis Sommer eine eigene Seite aufzubauen. Zurzeit gibt es Gespräche, wie die politische und interne Betreuung genau ablaufen soll. Wichtig ist uns, dass auf der Seite dann keinerlei beleidigende Kommentare zu lesen sind. Das ist halt nicht wie auf Twitter, wo Donald Trump beliebig viel in eine Richtung zwitschern kann“, sagt Höhrhan.

Schon länger auf Facebook vertreten sind die Grünen. „Wir haben keine eigene Parteizeitung, da ist Facebook natürlich ein gutes Mittel, um die Leute zu informieren. Wichtig ist dabei, die Seite aktuell zu halten“, erzählt Stadtparteiobfrau Sandra Mayer, die auch auf ihrem privaten Account politische Themen diskutiert. „Ich würde in Zukunft auch gerne einen persönlichen Blog machen“, schildert Mayer.

Neuling sowohl auf der politischen als auch auf Facebook-Ebene ist die Fraktion proKrems. Obmann Adi Krumbholz erklärt den Schritt in die digitale Welt mit einer Verjüngungsstrategie der Partei. „Die Seite kommt bereits jetzt besser an, als erwartet.“ Derzeit steht die Seite proKrems auf Facebook bei 19 Likes.

Wie SPÖ und ÖVP noch nicht auf Facebook ist die KLS. „Wir haben nicht die Ressourcen, um eine Facebook-Seite zu betreuen und genau auf das Mediengesetz zu achten. Ich diskutiere auf meinem privaten Account viele politische Themen“, erzählt Gemeinderat Nikolaus Lackner.

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