Erstellt am 03. Mai 2016, 05:54

von Karl Pröglhöf

„Projekt ist ein Nullsummenspiel“. Wiener Zeitung „Falter“ sieht in Thomas Höhrhan einen Grundstücksspekulanten.

Ausgangspunkt des Hotelprojektes ist das ehemalige »Gasthaus zum Goldenen Stern« (links). Im Vordergrund ist die Parzelle sichtbar, die die Stadt an die Traisenhotel GmbH von Thomas Höhrhan verkauft hat.  |  NOEN, Hans Kopitz
Durch einen Bericht in der Zeitschrift „Falter“ ist der Kremser ÖVP-Stadtobmann Thomas Höhrhan in ein schiefes Licht geraten. Er hätte, so die Zusammenfassung, durch Grundstücksspekulation 500.000 Euro Gewinn gemacht.

„Davon kann leider keine Rede sein. Für mich ist das Projekt eher ein Nullsummen-Spiel“, beteuert der Bauunternehmer und Projektentwickler gegenüber der NÖN.

Worum geht es? In Herzogenburg gab es im Zentrum brachliegende Bauparzellen, die von der Stadt um 389.000 Euro erworben wurden. Höhrhan hat sie um 160.000 Euro gekauft plus der Verpflichtung, weitere 170.000 Euro als Parkplatzmiete in den nächsten 20 Jahren zu zahlen.

Im Gegenzug plante er, auf dem Areal Wohnungen, ein Ärztezentrum und ein Hotel zu errichten, wofür er das bestehende Gasthaus seiner Lebensgefährtin in das Projekt einbrachte.

Nachbarn auf die Barrikaden

Spätestens als für das Projekt – und die ganze Umgebung – die Bauklasse III (entspricht etwa 10 Metern Höhe) festgelegt wurde, stiegen ein paar Nachbarn auf die Barrikaden.

Nun ist die Kremser Wohnbaugesellschaft Gedesag in das Projekt eingestiegen und hat Höhrhan den Grundstücksbereich um 620.000 Euro abgelöst: „Es handelt sich bei einer Gesamtfläche von 1.820 Quadratmetern um sechs Grundstücke mit zwei Bestandsobjekten. Höhrhan hatte ursprünglich von der Stadt nur vier Parzellen gekauft“, erklärt Gedesag-Chef Alfred Graf.

Zudem sind im Gesamtpreis von 1,1 Millionen Euro bereits erbrachte Leistungen Höhrhans berücksichtigt. Dies umfasst Abbruchkosten ebenso wie Abgaben an die Stadt, eine Grundstücksabtretung und Planungskosten. Er muss sich auch um die Baugenehmigung kümmern.

Die Gedesag ihrerseits wird ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit 32 Wohnungen und einem Hotelbereich für ca. 40 Betten samt Tiefgarage errichten. Den Hotelbereich will Höhrhan dann anmieten und mit einem Partner betreiben.

Angepeilt wird ein Baubeginn Anfang 2017


Spekuliert wurde auch über politische Zusammenhänge, weil Graf Höhrhans Vorgänger als ÖVP-Stadtparteiobmann in Krems war. Das weisen beide zurück. Höhrhan: „Das war ein knallhartes Geschäft, mein Rechtsanwalt hat mir sogar geraten, den Deal nicht zu unterschreiben, weil ich mich zu vielem verpflichten musste.“

So nebenbei: Herzogenburg wird von einer rot-grünen Koalition regiert.