Erstellt am 09. Februar 2016, 04:18

von Thomas Werth

Rekord an Arbeitslosen im Bezirk Krems. Ende Jänner waren 4.105 Personen ohne Job oder in Schulungen - ein Höchstwert in Krems. Aber: Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr war nur minimal und geringer als in NÖ.

 |  NOEN, APA (Pfarrhofer)

„Die Schallmauer wurde wieder durchbrochen“, bringt AMS-Chef Erwin Kirschenhofer die aktuelle Arbeitsmarkt-Bilanz auf den Punkt. Zum zweiten Mal nach dem Jänner 2015 waren in Krems und im Bezirk Ende des Vormonats über 4.000 Personen ohne Job – 3.726 Personen waren arbeitslos gemeldet und 379 in Schulungen.

Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres waren heuer 0,6 Prozent mehr Personen arbeitslos. Zum Vergleich: NÖ-weit stieg die Arbeitslosigkeit um 2,8 Prozent. „Ein Lichtblick ist, dass unser Bezirk im Jahresvergleich im Gegensatz zu vielen anderen Regionen den teilweise massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit deutlich eindämmen konnte“, erklärt Kirschenhofer.

Vor Ort gesetzte Maßnahmen greifen

Für Kirschenhofer ein Beleg, dass die vor Ort gesetzten Maßnahmen greifen. „Aber trotzdem muss man die Arbeitsmarktentwicklung auch immer wieder im Gesamtkontext betrachten. „Die Konjunktur belebt sich in Österreich nur geringfügig und auch in den nächsten Monaten ist mit keinem kräftigen Konjunkturaufschwung zu rechnen.“

Parallel dazu entwickeln sich die aktuellen Arbeitsmarktzahlen: Zwar nimmt die Beschäftigung nach wie vor deutlich zu, sie kann aber den Anstieg des Arbeitskräfteangebotes nicht vollständig aufnehmen. „Zusätzliche Arbeitsplätze entstehen dabei vor allem in den Dienstleistungsbereichen. Der langjährige Trend einer Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung wird hier weiterhin anhalten. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen wird daher nicht im selben Ausmaß zunehmen wie die Wirtschaftsleistung“, analysiert Kirschenhofer.

Sorgen bereiten dem AMS-Chef in Krems weiterhin Arbeitslose über 50. „Diese Gruppe macht weiterhin rund ein Drittel aller betroffenen Arbeitslosen aus“, so Kirschenhofer. Außerdem nimmt die Langzeitarbeitslosigkeit überproportional zu, wenngleich in Krems deutlich geringer als im Landesschnitt.

Trendumkehr bei der Jugendarbeitslosigkeit

Bereits länger ist im Bezirk Krems eine positive Trendumkehr bei der Jugendarbeitslosigkeit feststellbar. „Begonnen mit dem Projekt ,0-Arbeitslosigkeit‘ der Stadt Krems, haben wir bei den jungen Menschen bis 25 Jahren im Bezirk bereits über mehrere Quartale rückläufige Arbeitslosenzahlen“, erklärt Kirschenhofer, und liefert auch einen aktuellen Beweis: Die Jugendarbeitslosigkeit sank Ende Jänner um 12,4 Prozent und damit deutlich stärker als im Bundesland (3,6 Prozent).


Der Kremser Arbeitsmarkt im Jänner im Vergleich zum Vorjahr:

3.726 Arbeitslose (+0,6 %), davon 1.413 Frauen (-2,9 %) und 1.272 Männer (+2,9 %)

379 Personen in Schulung (-0,5 %)

453 arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren (-12,4 %)

1.244 arbeitslose Personen über 50 Jahre (+8,1 %)

645 arbeitslose Ausländer (+0,8 %)

585 Langzeitarbeitslose über 12 Monate (+50,8 %)

213 sofort verfügbare offene Stellen (+76 %)

Quelle: AMS Krems