Erstellt am 17. November 2015, 03:48

von Karl Pröglhöf

Magistrat Krems: Personalvertretung zerfällt. Fünf der sieben Mitglieder der Belegschaftsvertretung der Magistratsarbeiter haben ihre Funktion zur Verfügung gestellt. Die Kritik richtet sich gegen Vorsitzenden Hubert Denk.

Hubert Denk, Vorsitzender der Personalvertretung, wird von den Kollegen kritisiert.  |  NOEN, Foto: PV

Ziemlich genau ein Jahr nach der Neuwahl der Personalvertretung für die Magistratsmitarbeiter ist das Gremium nicht mehr beschlussfähig. In den vergangenen Tagen haben die Mitglieder der Reihe nach ihre Mandate zurückgelegt. Die Kritik richtet sich gegen den neuen Vorsitzenden Hubert Denk.

Von den sieben Mitgliedern des Gremiums – sechs stellt die „schwarze“ FCG-Liste, einen Sitz hält die „rote“ FSG – haben gleich fünf ihre Funktion zur Verfügung gestellt.

"Zusammenarbeit im Sinne der
Belegschaft nicht mehr möglich"

In den Amtsstuben kursiert ein Brief von Karin Niklas, Marek Pauser, Otto Klopf und Martina Leitner (FCG) sowie Franziska Bauer (FSG), in dem sie ihren Schritt wie folgt erklären: „Die Arbeit der Personalvertretung hat in der Vergangenheit reibungslos funktioniert. Der frühere Vorsitzende (Anm.: Kurt Streibel) hat die Interessen der Kollegen im Sinne beider Fraktionen vertreten. Leider ist durch die Neubesetzung des Vorsitzenden die Zusammenarbeit im Sinne der Belegschaft nicht mehr möglich. Zu groß ist die Differenz der Sichtweisen, wie eine Belegschaft zu vertreten ist.“

Für Denk ist die deutliche Kritik dennoch kein Grund, auch selbst den Hut zu nehmen: „Ich habe meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, dass jetzt einige nicht mit mir können, ist schade. Ich war jedenfalls um Konsens bemüht. Freiwillig werde ich den Platz nicht räumen.“

Rücken Ersatzkandidaten nach?

Im Moment ist Denk mit dem verbliebenen Johannes Harrer und dem nachgerückten Roman Tiefenbacher nicht beschlussfähig.

Denk bemüht sich nun, aus den Reihen der Ersatzkandidaten neue Mitstreiter zu finden. Für einen handlungsfähigen Vorstand benötigt er mindestens vier Mitglieder.

Gelingt dies nicht, stehen den mehr als 300 Magistratsmitarbeitern Neuwahlen ins Haus.