Krems

Erstellt am 19. April 2017, 04:24

von Franz Aschauer

Illegale Graffiti-Szene blüht in Krems auf. Zahlreiche Graffitis prägen das Stadtbild. Magistrat lässt nur „hetzerische und rassistische“ Botschaften entfernen.

Nur wenige Tage war das polizei-feindliche „ACAB“-Graffiti (Bild links) in der Vorwoche an der Lärmschutzwand beim Ausportplatz zu sehen. Noch schneller entfernten die Mitarbeiter des Wirtschaftshofes ein direkt daneben aufgespraytes „Allahu Akbar“, dessen Überreste (Bild rechts) bei genauer Betrachtung aber noch zu erkennen sind.  |  Franz Aschauer

Macht man eine Tour durch die Stadt, wird schnell klar: Schmierfinken und Graffiti-Sprayer fühlen sich in Krems offensichtlich wohl. Jüngste Beispiele sind ein erneuter „Allahu Akba“-Schriftzug (der Erste war in der rechten Kremszeile) an der Lärmschutzwand bei der Kreuzung Strandbadstraße/Sportplatzstraße und ein direkt daneben aufgespraytes „ACAB“ (Abkürzung für „All Cops Are Bastards“). War der erste „Allahu Akbar“-Schriftzug aus Witterungsgründen länger sichtbar, sind die anderen beiden innerhalb weniger Tage entfernt worden.

Entfernung „birgt einiges an Aufwand und kostet Geld“

Im Gegensatz dazu dürften Graffitis, die weniger bedenkliche Botschaften transportieren, den Magistrat nicht stören. Beispiel: Direkt neben dem entfernten „ACAB“ befindet sich etwa immer noch ein für den Laien nicht zu entschlüsselnder Schriftzug. Auch in Unterführungen und Durchgängen wurde oft gesprayt.

Nur wenige Tage war das polizei-feindliche „ACAB“-Graffiti beim Ausportplatz zu sehen. Noch schneller entfernten die Mitarbeiter des Wirtschaftshofes ein direkt daneben aufgespraytes „Allahu Akbar“, dessen Überreste (Bild) bei genauer Betrachtung aber noch zu erkennen sind. Foto: Aschauer  |  Aschauer

Seitens des Magistrats werden zwei Gründe für die Nicht-Entfernung genannt. „Es birgt einiges an Aufwand und kostet Geld. Deswegen lassen wir nur hetzerische und rassistische Botschaften entfernen. Zudem fallen viele beschmierte Flächen in das Hoheitsgebiet der Landesstraßen. Für die Entfernung wäre in dem Fall die Straßenmeisterei zuständig“, sagt Pressesprecherin Doris Denk.

Im Gegensatz zu den Schmierereien beim Ausportplatz gibt es auch offiziell genehmigte Graffiti-Projekte, wie zum Beispiel der Stiegenaufgang beim Yachthafen. „Wir haben in Krems eine Graffitiszene, die sich ganz klar von Schmierereien wie beim Ausportplatz distanziert“, führt Denk aus.

Illegal beschmierte Flächen fallen übrigens im Normalfall in die Kategorie der Sachbeschädigung und werden mit Freiheitsentzug bis zu sechs Monaten oder einer Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen bestraft.