Erstellt am 16. Februar 2016, 04:29

von Thomas Werth

Schwerpunkt-Akion: Zwölf Handys, keine Waffen. Geringe Ausbeute bei Schwerpunkt-Akion in der Justizanstalt Stein. Dennoch sollen neue Schranken installiert werden.

Die Haftanstalt Stein in Krems.  |  NOEN, Erich MARSCHIK

Bei einer zu Beginn der Vorwoche durchgeführten bundesweiten Razzia war die Justizanstalt Stein eines von vier Schwerpunkt-Gefängnissen. Die Ausbeute war äußerst gering: Zwölf Handys und ein Drogenfund standen unterm Strich – und das bei über 700 Insassen.

Insgesamt waren alleine in Stein 190 Justizwachebeamte im Einsatz, die auch von Diensthundeführern mit Polizeihunden unterstützt wurden. Untersucht wurden neben den Insassen selbst auch 545 Hafträume. Dabei wurde nicht nur das Mobiliar nach unerlaubten Gegenständen abgesucht, sondern es wurden auch Matratzen und andere Versteckmöglichkeiten (etwa hinter Steckdosen oder unter Abdeckungen) überprüft.

Großes Augenmerk galt auch den Werkstätten, wo die Insassen tagsüber beschäftigt sind. „Es herrscht hier viel Verkehr, etwa auch durch Lieferanten“, erklärt General Josef Schmoll, Sprecher der Generaldirektion für Strafvollzug.

Keine "hundertprozentige Sicherheit"

Schmoll betont, dass die Justizwachebeamten eine Top-Leistung abliefern, eine hundertprozentige Sicherheit aber nie gegeben sein kann. „Substanzen werden von Freigängern in Körperöffnungen geschmuggelt, manchmal fliegen Gegenstände auch einfach über den Zaun“, kennt Schmoll die Tricks.

Nun müsse das Ergebnis der Razzia analysiert werden. Eine mögliche Folge der Durchsuchungen lässt Schmoll aber bereits durchsickern: „Wir werden Schranken zwischen den Betrieben und dem Unterkunftsbereich einbauen lassen.“

Österreichweit wurden in den 27 Justizanstalten insgesamt 103 Handys, 96-mal Suchtmittel und 65 Hieb- und Stichwaffen sowie verschiedene andere verbotene Gegenstände gefunden.