Krems

Erstellt am 28. Juni 2016, 05:38

von Thomas Werth

„Dann sperre ich halt auch früher zu“. Egger‘s-Chef Karl Leopold ist federführend für eine längere Öffnungszeit in Innenstadt aktiv. Andernfalls zieht er Konsequenz.

Karl Leopold.  |  Lechner

Sollen Innenstadtgeschäfte mittags länger geschlossen haben und dafür abends länger öffnen? Ja, wenn es nach Karl Leopold geht. Der Egger‘s Chef ist großer Befürworter einer „Siesta“ in der Innenstadt (

). „Die Leute beklagen sich darüber, dass abends nichts los ist, man kann dann nicht mehr flanieren. Das ist eine Katastrophe“, kritisiert Leopold, der sein Lokal täglich bis 22 Uhr geöffnet hat.

Er hofft daher auf Unterstützer – und hat diese teilweise bereits gefunden. „Alleine acht Betriebe in meiner unmittelbaren Umgebung wären dafür. Es sind alles Unternehmer, die selbst im Geschäft stehen“, berichtet Leopold von bereits geführten Gesprächen. Zusammen mit Müller (bis 19 Uhr) und Libro (bis 18.30 Uhr) würde den Innenstadt-Besuchern auch nach 18 Uhr etwas geboten werden können.

Von Gastro-Kollegen im Stich gelassen

Von seinen Gastro-Kollegen fühlt sich Leopold aber im Stich gelassen. „Sie haben es anscheinend nicht notwendig, nach 18 Uhr geöffnet zu haben“, beklagt er sich über fehlende Unterstützung. Für ihn gibt es folglich nur zwei Optionen: „Entweder andere schließen später oder ich sperre künftig ebenfalls um 18 Uhr zu.“

Wirtschaftsservicestellen-Leiter Matthias Slatner wünscht sich ebenfalls längere Öffnungszeiten.  |  NOEN

Wirtschaftsservicestellen-Leiter Matthias Slatner ist ebenfalls Befürworter einer „Siesta“: „Ich wünsche es mir, glaube aber erst daran, wenn ich um 19 Uhr durch die Innenstadt marschiere und Geschäfte offen haben. Um 18 Uhr zuzusperren ist für viele als Paradigma verankert.“ Laut Slatner wäre es etwa für Badegäste toll, abends noch durch die lebendige City zu marschieren: „Ich verstehe aber auch Mitarbeiter, die nicht zu spät heim wollen.“

Einen knappen Sieger gab es übrigens bei einer NÖN-Online-Umfrage zum Thema: Rund 58 Prozent stimmten gegen längere Öffnungszeiten.