Krems

Erstellt am 23. Mai 2017, 05:25

von Franz Aschauer

Kremser Gastronom klagt: „Stadt will uns ausrotten“. Gastronom glaubt, dass Leute systematisch Richtung Steinertor gelenkt werden.

Noch gibt es nur einen „Prototyp“, bereits in dieser Woche soll Karl Leopold eine fünfsprachige Speisekarte in Händen halten. Lechner  |  Archiv

Großer Wirbel in der Innenstadt. Weil der Kremser Sporttag in diesem Jahr nur noch im Stadtpark stattfindet, wirft Innenstadt-Gastronom Karl Leopold der Stadt jetzt vor, die „Innenstadt systematisch ausrotten“ zu wollen.

Auslöser für den Ärger des Eggers-Betreibers ist, dass die Veranstaltung im vergangenen Jahr auch am Täglichen Markt und am Dreifaltigkeitsplatz in der Innenstadt stattgefunden hat.

Die Sportvereine (hier die Fechtunion) werden sich im Vergleich zum letzten Jahr während des Sporttages nicht mehr in der Innenstadt präsentieren. Die Veranstaltung geht heuer im Stadtpark über die Bühne.  |  Archiv

„Der Sporttag war meine Idee und jetzt wird er in den Stadtpark verlegt, wo die Innenstadt-Lokale nichts davon haben. Hauptsache das Hofbräu am Steinertor und die anderen Lokale rund um das Steinertor profitieren davon. Langsam glaube ich schon, die Stadt steuert das bewusst in diese Richtung“, ärgert sich Leopold, der seit der Eröffnung des Hofbräus weniger Geschäft macht: „Ich verkaufe mittags jetzt nur mehr 50 statt 130 Essen.“

Unverständlich findet Sportstadtrat Albert Kisling die Anfeindungen gegenüber der Stadt. „Für die Organisation des Sporttages ist nur der ‚Verein Kremser Sport‘ verantwortlich, die Politik hat damit nichts zu tun. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verein mit der Verlagerung der Veranstaltung der Fußgängerzone schaden will. Man kann es leider nicht jedem recht machen.“

Neuer Standort wegen Platzmangels

Für den neuen Standort des Sporttages verantwortlich ist Gert Kuntner, Obmann des „Verein Kremser Sport“. Er gibt Platzmangel als Ursache an. „Es war vergangenes Jahr in der Innenstadt schon sehr eng. Dass jetzt solche Vorwürfe kommen, ist absolut unverständlich. Ich habe dem Obmann der Kremser Kaufmannschaft Ulf Elser angeboten, dass die Gastronomie-Betriebe der Innenstadt kostenlos mitarbeiten können und eine Art gesunde Jause anbieten. Auf dieses Angebot habe ich aber keinerlei Reaktion erhalten, sie sind also selber Schuld und gegen ihre Unfähigkeit kann ich nichts machen.“

Elser zeigt sogar Verständnis für den Ärger Kuntners, verweist aber auf den Unwillen der einzelnen Betriebe. „Ich habe alle gastronomischen Mitglieder der Kaufmannschaft gefragt, das Echo war aber leider Null. Diese geringe Motivation ist aber leider kein spezifisches Phänomen der Gastronomen, das betrifft alle Mitglieder.“

Eggers-Chef Leopold wurde von Elser übrigens nicht gefragt, ob er beim Sporttag mitmachen möchte. „Er ist bereits vor einiger Zeit ausgetreten.“ Eine bessere Kommunikation zwischen allen Beteiligten hätte das ursprüngliche Problem also wahrscheinlich vorzeitig gelöst ...