Erstellt am 05. April 2016, 05:04

von Thomas Werth

Sprachen-Problem an Kremser Schule?. Mutter äußert Bedenken wegen zu hoher Zahl an Kindern, die nicht Deutsch als Muttersprache haben. Direktorin: „Sind stolz, verschiedene Nationen zu vereinen.“

Volksschule Hafnerplatz: Eine Mutter macht sich Sorgen wegen möglicherweise unterschiedlicher Lernfortschritte. Direktorin Dagmar Bauer betont, dass die Kinder gute Leistungen erreichen.  |  NOEN, Foto: Lechner
„Ich will ja nicht rassistisch sein, aber es schwirren so viele Gedanken durch meinen Kopf“, erklärte eine Frau der NÖN. Sie hat ihr Kind für die Volksschule Hafnerplatz eingeschrieben und mitbekommen, dass der Großteil der Taferlklassler nicht Deutsch als Muttersprache hat.

„Man hat dann leider doch gewisse Vorurteile und Bedenken und fragt sich, ob das Nachteile für das eigene Kind bedeuten kann“, erklärt sie. Eine drohende, sprachlich bedingte Gruppenbildung nennt sie dabei ebenso, wie einen möglichen langsameren Lernfortschritt, weil das eine oder an dere Kind aufgrund sprachlicher Defizite einen langsameren Lernfortschritt haben könnte.

„Wir haben in Krems aktuell 104 verschiedene Nationen und gelten österreichweit in der Integrationsarbeit als Modellstadt. Diese Internationalität spiegelt sich natürlich auch in unseren Bildungseinrichtungen wider“, betont Doris Denk von der Medienstelle der Stadt.

„Wir sind stolz darauf, verschiedene Nationen
in unserer Schule zu vereinen. Unsere
Kinder erreichen gute Leistungen.“
Direktorin Dagmar Bauer

Sie erklärt, dass derzeit von den 18 Schülern der ersten Klasse der Volksschule Hafnerplatz, 14 in Österreich geboren sind und fünf davon Deutsch als Muttersprache (beide Elternteile) haben. „Die in Österreich geborenen Kinder haben auch Kindergärten in Österreich besucht“, betont Denk. In der ersten Klasse unterrichte neben der Volksschullehrerin zudem auch eine Sonderpädagogin, die individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht.

Auch Direktorin Dagmar Bauer sieht keine Probleme – im Gegenteil: „Wir sind stolz darauf, verschiedene Nationen in unserer Schule zu vereinen. Unsere Kinder erreichen gute Leistungen. Wenn sie nach der Volksschule ins Gymnasium wechseln, bewähren sie sich dort – egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund.“

Zudem wird betont, dass die Eltern – nach der Maßgabe der vorhandenen Plätze – für ihre Kinder eine der fünf öffentlichen Kremser Volksschulen wählen können.

Wie denkt ihr darüber? Stimmt ab!


Situation in den anderen öffentlichen Volksschulen der Stadt:

Volksschule Stein: 33 Taferlklassler, davon 6 mit nichtdeutscher Muttersprache.
Volksschule Egelsee: 7 Kinder, alle mit Deutsch als Muttersprache.
Volksschule Rehberg: 23 Kinder in der ersten Klasse, davon 6 mit nichtdeutscher Muttersprache.
Volksschule Lerchenfeld: 46 Taferlklassler, davon 28 Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache.