Erstellt am 09. Juni 2015, 15:34

von APA/Red

Europa-Forum Wachau feiert 20-Jahre-Jubiläum. Das Europa-Forum Wachau (EFW) feiert sein 20-jähriges Bestehen. Hochkarätige politische Gäste aus Ungarn, Tschechien, Albanien und Georgien und vielleicht auch aus der Ukraine kommen am Wochenende in das Stift Göttweig.

Stift Göttweig  |  NOEN, www.BilderBox.com

Erstmals werden auch Europa-Preise vergeben. Außenminister Sebastian Kurz und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (beide ÖVP) zogen am Dienstag im Außenamt eine positive Bilanz. "Österreich hat von der EU profitiert", resümierte Kurz.

Niederösterreich als "Tor zu den neuen Staaten"

70 Prozent der Exporte gehen in EU-Staaten, Österreich habe alle Freiheiten, bis hin zu den Erasmus-Studienprogrammen. Die neu geschaffenen Europa-Preise werden am Jubiläums-Wochenende in den Kategorien Zivilgesellschaft, Berichterstattung und Jugend zuerkannt. In der Jury sitzen u.a. die frühere Außenministerin Benita Ferrero-Waldner und der frühere Agrarkommissar Franz Fischler.

"Das Europa-Forum wurde - ein Jahr nach Österreichs EU-Beitritt - installiert, um den Europäisierungsprozess zu begleiten", betonte Pröll. Niederösterreich sei dafür prädestiniert. Das Bundesland zu einem "Tor zu den neuen Staaten" zu machen, die Rolle der Regionen zu stärken, einen dauerhaften Dialog zu installieren - das seien Ziele des EFW.

Das Europa-Forum stelle heute eine Plattform des Dialogs und der Meinungsbildung dar. 21 Regierungschefs, 21 Außenminister sowie etliche EU-Kommissare fanden sich in den letzten 20 Jahren im Stift Göttweig zu den Debatten ein. Auch Intellektuelle kamen zu Wort - von Hugo Portisch bis Robert Menasse. Heuer soll "Falter"-Herausgeber Armin Thurnher die Rolle des Querdenkers spielen.

Grundthema lautet: "Stößt Europa an seine Grenzen?"

Das EFW habe "ein Signal" ausgesandt, "dass das größere Europa eine Chance ist", fasste der Landeshauptmann zusammen. Das Grundthema lautet 2015 "Stößt Europa an seine Grenzen?" Pröll erwartet, dass hierbei auch die Asylfrage angesprochen wird.

Die EU-Bilanz sei jedenfalls eine positive. Für Niederösterreich habe die EU einen "Wachstumsschub" gebracht - mit einer Verdoppelung der Anzahl der Betriebe, der Verdreifachung der Exporte, Steigerungen am Arbeitsmarkt (plus 15 Prozent) und im Tourismus (plus 20 Prozent). Die Bemühungen um regionale Zusammenschlüsse und die Donauraum-Strategie hätten Vorbildwirkung.

Landesrätin Barbara Schwarz ging auf das Programm des diesjährigen Forums ein. Am Samstag werden der ungarische Minister für Außenwirtschaft und Auswärtige Angelegenheiten, Peter Szijjarto, und der tschechische Vizepremier und Finanzminister Andrej Babis sowie Co-Gastgeber Kurz Referate halten.

Arbeitskreise befassen sich u.a. mit Sicherheitspolitik

Am Nachmittag werden sich Arbeitskreise mit der europäischen Sicherheitspolitik, den neuen Formen der regionalen Zusammenarbeit (Makroregionen), Europa zwischen Erneuerung und Ernüchterung sowie mit der kulturellen Kooperation befassen.

Am Sonntag werden Beiträge des EU-Regionalkommissars Johannes Hahn sowie von Vizekanzler und Wirtschaftsminister ReinholdMitterlehner erwartet. Ferner werden Gäste aus Mittel- und Osteuropa das Wort ergreifen: die Verteidigungsministerin Georgiens Tinatin Khidasheli und der albanische Außenminister Ditmir Bushati. Eingeladen ist auch der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin, dessen Erscheinen aber nicht gesichert scheint.

Landesrätin Schwarz unterstrich auch die Mitwirkung von Jugendlichen in den Arbeitskreisen des Forums im Stift. Zu erwarten sei, dass auch die Jugendarbeitslosigkeit thematisiert wird. Der Publizist Prof. Paul Lendvai, der auch heuer wieder das EFW moderiert, betonte, wie wichtig die Europäisierung der Jugend angesichts der Gefahr des Nationalismus in Europa sei.