Erstellt am 22. März 2016, 04:14

von Gertrude Schopf

Stromboje: Mondl in Offensive. Seit zehn Jahren entwickelt Fritz Mondl das schwimmende Kraftwerk. Nun möchte er damit in Produktion gehen - und sucht Unterstützer.

Ein Rotor mit 2,5 Metern Durchmesser bildet das »Herz« der Stromboje. Mehrere dieser Mini-Kraftwerke sollen in der Donau im Bereich der W achau Energie erzeugen.  |  NOEN, Lechner

Seit dem Jahr 2006 testet Erfinder Fritz Mondl ("Aqua Libre Energieentwicklungs-GmbH") seine Stromboje im Praxisbetrieb: In der Donau bei Kienstock war ein solches „schwimmendes Kraftwerk“ knapp unter der Wasseroberfläche verankert, das die Strömung mittels Turbine in Energie verwandelt. Insgesamt drei Prototypen hat Mondl im Lauf der Jahre entwickelt, immer wieder verbessert und mit einem Montageschiff in die Donau gesetzt.

Und sich für die Errichtung eines „Stromparks“ in der Wachau starkgemacht. Der Arbeitskreis Wachau fand die Idee dieser umweltschonenden Energieerzeugung gut, man wählte ideale Standorte in der Donau und suchte um die Genehmigungen an: Nach schifffahrts- und wasserrechtlichen sowie naturschutzbehördlichen Verfahren wurde bereits 2014 die Errichtung von je vier Strombojen bei Kienstock (Arbeitskreis) und bei Spitz/St. Michael (EVN) genehmigt.

x  |  NOEN, Foto: Lechner

Seither allerdings tut sich nichts mehr in der Sache: Einerseits stellte sich heraus, dass die Aqua-Libre-Stromboje vor Kienstock in einem wichtigen Detail adaptiert werden musste, weiters war die Genehmigung für den Versuchsstandort abgelaufen – Mondl hat sie erst jetzt wieder für 13 Jahre erhalten –, und er brauchte Geld. „Wir arbeiten jetzt zehn Jahre an der Entwicklung der Stromboje, gemeinsam mit meinen beiden Partnern wurden bisher fast 5 Mio. Euro investiert“, erzählt er.

"Wir brauchen die Wachauer"

„Und wir brauchen den Nachweis, dass die Stromboje im Dauerversuch funktioniert, und warten auf den Abschluss der Testreihe“, argumentiert Arbeitskreis-Wachau-Vorsitzender Bürgermeister Andreas Nunzer.

Nun ergreift Mondl selbst die Initiative. „Wir möchten ja die Arbeiten an unserem letzten Prototyp abschließen, die Funktionalität nachweisen und dann endlich Strombojen bauen“, braucht er allerdings finanzielle Unterstützung – und die sucht er nun über die Ausgabe einer Bürgeranleihe zu bekommen. „Ich habe die neue gesetzliche Möglichkeit genutzt, die erste Strom-Bojen-Anleihe herauszugeben, mit der uns Unterstützer über fünf Jahre lang Kapital für die Finalisierung, weitere Forschung und die Produktion einer möglichst hohen Stückzahl von Strom-Bojen leihen. Wir brauchen die Wachauer ...“, so Mondl.

Infos auf www.aqualibre.at