Erstellt am 31. Mai 2016, 05:04

von Thomas Werth

Suchaktion nach Lenker: Besitzer des Pkw bei Polizei gemeldet. Crash gibt der Polizei Rätsel auf: War Zulassungsbesitzer auch der Fahrer? Der Wölblinger (28) machte dazu drei Tage später keine Angaben, ihm droht jetzt eine Anzeige.

Feuerwehr, Rettung und Hundestaffeln machten sich auf die Suche nach dem Lenker. Die Aktion musste nach sieben Stunden ergebnislos abgebrochen werden.  |  NOEN, Freiwillige Feuerwehr Krems

Erst mit über drei Tagen Verspätung hat sich zumindest der Zulassungsbesitzer (28) jenes Pkw bei der Polizei gemeldet, der sich am Dienstag der Vorwoche in Krems überschlagen hatte. Der Wölblinger machte allerdings keine Angaben dazu, ob er auch der Fahrer war, nach dem dutzende Helfer rund sieben Stunden lang vergeblich gesucht hatten. Ihm droht nun eine Anzeige.

Zumindest der Unfallhergang ist geklärt: Dienstagabend ist der BMW nach der St. Pöltner Brücke auf der Bundesstraße 37 a bei der Ausfahrt Furth auf die beginnende Leitschiene aufgefahren.

Diese wirkte wie ein Katapult, hob den Wagen aus und schleuderte ihn über 90 Meter weit durch die Luft, ehe der Wagen auf dem Dach zum Stillstand kam. „Der Lenker hatte ein riesiges Glück, überhaupt selbstständig das Auto verlassen zu können“, schilderte ein Polizist der NÖN.

Doch dieser verließ nicht nur eigenständig das Auto, er flüchtete sogar. Der Lenker eines nachkommenden Pkw hielt kurz nach dem Unfall an, vom Unfalllenker fehlte aber zu diesem Zeitpunkt bereits jede Spur. Nur ein Rascheln im angrenzenden Waldgebiet konnte vernommen werden.

"Er sollte sich bei der Polizeidienststelle melden"

Da nicht abgeschätzt werden konnte, wie sehr er verletzt wurde, begann eine riesige Suchaktion, an der Feuerwehr, Rettung und Suchhundestaffeln beteiligt waren. Dank einer Wärmebildkamera konnte zumindest ausgeschlossen werden, dass noch weitere Insassen im Unfallfahrzeug waren.

Lediglich der Fahrersitz strahlte eine Restwärme ab. Gegen 6 Uhr früh wurde, nachdem zuvor noch einmal der Suchradius vergrößert worden war, die Aktion ergebnislos abgebrochen.

Etwas später meldete sich der 28-Jährige – allerdings nur bei seiner Schwester in St. Pölten. „Wir haben ihr gesagt, sie solle ihm mitteilen, dass er sich bei der nächsten Polizeidienststelle meldet“, erklärt ein Kremser Polizist. Doch bis Freitag fehlte von ihm jede Spur.

Ursprünglich vermutete die Polizei ein Übermaß an Alkohol als Grund für die Fahrerflucht, da der 28-Jährige zuvor in einem Kremser Lokal und der BMW kurz vor dem Unfall schlangenlinienfahrend gesehen wurde.

NÖN.at berichtete: