Erstellt am 08. Juni 2016, 04:20

von Jutta Hahslinger

Täuschte Notarzt aus Krems einen Überfall vor?. Überfall nur vorgetäuscht? Arzt verneint und beteuert, er habe den Raub verspätet, nach zwei Jahren, angezeigt.

Symbolbild

Er sei zu einem Notfall im Bezirk Krems gerufen worden und beim ausgemachten Treffpunkt mit dem Anrufer dann ausgeraubt worden, erklärt der Mediziner vor Gericht. „Bist du der Doktor? Gib das Geld her und die Flaschln, was du mithast!“, habe der Motorradfahrer und dessen Begleitfahrer gefordert, schildert der Arzt.

Eingeschüchtert und in Panik habe er dann sein Bargeld von 260 und eine Packung mit morphinhältigen Ampullen rausgerückt, erzählt er. Nach dem Überfall sei er geschockt heim, habe sich erst einmal einen Cognac genehmigt und dann ein Gedächtnisprotokoll angefertigt.

Dann habe er, wie er vor Gericht einräumt, den Fehler begangen, den Überfall nicht gleich anzuzeigen. „Ich hatte Angst. Die Täter kannten mich und ich befürchtete, dass sie mir und meiner Familie was antun, sich rächen, wenn ich Anzeige erstatte“, beteuert der Arzt.

Zwei Schusswaffen erworben

Über Monate will der Mediziner dann in Angst gelebt haben. Rüstete sich zum Schutz mit zwei Schusswaffen, Pfefferspray sowie einem Schlagstock aus. Erst zwei Jahre nach dem angeblichen Überfall erstattete der Kremser Arzt dann Anzeige.

„Warum erst 2016?“, will Richterin Gudrun Hagen wissen. „Ich hatte Angst, dass der Täter wiederkommt. Ich habe mich einem befreundeten Kriminalbeamten anvertraut und der hat mich dann zu einer Anzeige überredet“, gesteht der Mediziner ein. Er gibt auch zu, bei der Anzeige 2016 falsche Angaben gemacht zu haben. Er will aber keine Straftat, wie angeklagt, vorgetäuscht haben. „Der Überfall hat stattgefunden“, erklärt er beharrlich und will mit seinem Rechtsbeistand Georg Retter Beweise erbringen.

Für weitere Zeugenladungen wurde der Prozess auf Juli vertagt.