Erstellt am 29. Februar 2016, 12:44

von Petra Vock

Terror dämpft die Reiselust. Auch in Krems sind Urlauber verunsichert. Leidtragende sind die Türkei, Ägypten und Tunesien.

Des einen Leid, des anderen Freud: Als große Gewinner sieht Reisebüro-Chefin Elke Neuhofer Spanien und Fernziele wie Kuba. Foto: Johann Lechner  |  NOEN, ohann Lechner
Wenn die Tage nasskalt und grau sind, ist normalerweise die Reiselust am größten, doch die Angst vor Terror trübt heuer manchen Urlaubstraum von Sonne, Sand und Meer. Die Zahl der Buchungen kann derzeit mit dem Vorjahr nicht mithalten, das spüren auch Reisebüros in Krems.

„Hohe Verunsicherung durch Terror und Flüchtlingskrise“

„Türkeibuchungen sind bei Familien praktisch nicht vorhanden“, berichtet Bernhard Russ, Filialleiter des Raiffeisen Reisebüros in Krems. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her biete sich die Schwarzmeerküste Bulgariens als günstige Alternative an, sagt Russ: „Aber da springt der Kunde noch nicht so drauf an.“

Derzeit sei daher so mancher noch unentschlossen, meint Thomas Hüttenmayer, Filialleiter des Kuoni-Reisebüros im Bühl Center: „Es gibt eine hohe Verunsicherung durch Terror und auch durch die Flüchtlingskrise. Ich glaube, dass viele noch abwarten.“

Mit sinkenden Preisen sei zu rechnen, gerade in der Türkei, wo man angesichts des zu erwartenden touristischen Ausfalls am Preissegment etwas tun müsse, so Hüttenmayer.

„Es verlagert sich nach Westen – auf die Kanaren,
das spanische Festland und die Balearen. Ein
Riesenplus für Spanien!“
Elke Neuhofer

Schleppend bis sehr schlecht gehen auch die nordafrikanischen Länder, etwa Ägypten oder Tunesien, wie Reisebüro-Unternehmerin Elke Neuhofer berichtet. „Es verlagert sich nach Westen – auf die Kanaren, das spanische Festland und die Balearen. Ein Riesenplus für Spanien!“

Immer mehr Menschen setzen sich auch wieder selbst ans Steuer und verbringen den Sommerurlaub an der Adria – im benachbarten Italien und im nahen Kroatien. Flugreisende zieht es neben Spanien vor allem nach Griechenland. Bei den klassischen Familien-Badeurlauben sieht Russ bei den Flugreisen Griechenland an erster Stelle, gefolgt von der Balearen-Insel-Mallorca.

„Griechenland ist heuer wieder sehr, sehr gefragt. Wir haben im letzten Jahr durch die Finanzkrise damit mehr Probleme gehabt“, berichtet Neuhofer.

„Klassiker Kos wird heuer bewusst ausgelassen“

Gemieden werden jedoch gewisse Inseln nahe der türkischen Küste, die im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise in den Nachrichten sind.

„Ein Klassiker wie Kos zum Beispiel, das in den letzten Jahren sehr gut verkauft wurde und immer sehr beliebt war, wird heuer bewusst ausgelassen“, sagt Russ. Neuhofer: „Es gibt ein paar Inseln, die umgangen werden, aber die Hauptklassiker wie Kreta sind davon überhaupt nicht betroffen.“

„Was sich sehr positiv entwickelt hat im Winter und auch für den Sommer, sind die Fernreisen“, so Neuhofer. Die Karibik-Insel Kuba sieht sie als „die Trenddestination schlechthin“: „Es war der große Gewinner im Winter, das war ganz unglaublich.“

Auch Sri Lanka werde viel gebucht und die Vereinigten Staaten, erzählt sie: „Die USA sind sehr gefragt, obwohl der Dollarkurs für uns gar nicht so gut ist.“ „Dank günstiger Flugpreise ist ein Fernziel wie Thailand jetzt auch für Familien zunehmend ein Thema“, berichtet Hüttenmayer.