Traismauer

Erstellt am 17. Juli 2017, 10:52

von Udo Sagl

„Seenot“: Fischer aus stürmischer Donau gerettet. Das gibt‘s nicht alle Tage: Heftige Sturmböen verwandelten die Donau zu nächtlicher Stunde in ein tobendes „Meer“. Ein 29-jähriger Traismaurer wäre fast ertrunken.

Lebensretter: Klaus Putre, Herbert Bruckner, Andreas Penz und Martin Knapp von der FF Theiß.  |  NOEN, Johann Lechner

„Ich kann nicht genug danken. Die Feuerwehr war so schnell da und hat mich praktisch in letzter Minute gerettet.“ In seiner Stimme schwingt noch immer deutlich hörbar der Schock mit: Der 29-jährige Hobbyfischer aus Traismauer, der zu nächtlicher Stunde auf der Donau in „Seenot“ geraten war, ist haarscharf dem Ertrinkungstod entgangen.

„Er hätte alleine keine Chance mehr gehabt, weil er schon völlig entkräftet war“, erklärt der Kommandant der FF Theiß, Martin Knapp. „Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen.“

„Ich bin Anfänger und wollte Welse angeln“

Was war passiert? Der junge Fischer war am Mittwochabend gegen 18 Uhr mit einem kleinen Schlauchboot samt Elektromotor ausgefahren, um Welse zu fangen. „Die erwischt man nachts leichter“, erklärt er. Und: „Es war erst meine zweite Ausfahrt. Ich bin ein völlig unerfahrener Anfänger.“

Trotzdem ging zunächst alles glatt – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Wasseroberfläche der Donau zeigte kaum Wellen, das Wetter versprach ein ungetrübtes Angelvergnügen.

Schauplatz des Geschehens: Donaubrücke Grunddorf-Traismauer.  |  NOEN, NÖN-Archiv

Doch plötzlich: Gegen Mitternacht sorgten Gewitterausläufer für ungewöhnlich heftige Windböen, die schließlich zu einem Sturm ausarteten. Für den Fischer schien es an der Zeit zu sein, das Ufer anzusteuern. „Aber der Ostwind war viel zu stark. Die Wellen überschlugen sich. Ich kam nicht von der Stelle, weil der Motor überfordert war.“

In seiner Verzweiflung machte der Mann sein Mini-Boot an einem Pfeiler der Donaubrücke Traismauer fest, wo er sich verzweifelt an einem Ring anhielt. Die Lage wurde immer gefährlicher und schließlich absolut dramatisch. „Spritzwasser füllte das Boot auf. Es drohte unterzugehen.“

Notruf per Handy, dann ging alles ganz schnell

Gegen 2 Uhr rief der komplett durchnässte Traismaurer per Handy um Hilfe. Über Notruf wurde die FF Theiß verständigt. Innerhalb von einer Viertelstunde saßen vier Mann im Rettungsboot: Klaus Putre, Herbert Bruckner, Andreas Penz und Martin Knapp.

„Dann ging alles ganz schnell“, schildert Kommandant Knapp. „Der Mann war heilfroh, dass wir ihn ans Ufer brachten. Er hatte wirklich Riesenglück.“

In der Folge erholte sich der Gerettete relativ rasch. Er ist unverletzt geblieben und bekam von seinen Helfern einen ganz wichtigen Rat für weitere Angelausflüge: „Künftig sollte ich eine Rettungsweste tragen ...“