Erstellt am 07. Dezember 2015, 01:28

von Thomas Werth

"Tier ist kein Geschenk". Lebewesen sollten nicht als Präsent unter dem Christbaum landen, warnt Andrea Specht vom Kremser Tierheim: "Lieber ein Stofftier als Symbol verschenken."

Niedlich, aber als Weihnachtsgeschenk ungeeignet: Die Anschaffung eines Haustieres sollte einerseits gut überlegt sein, andererseits nicht direkt zu Weihnachten erfolgen.  |  NOEN, Hannamariah/Shutterstock

Auch heuer droht wieder vielen Tieren ein ähnliches Schicksal: Sie landen als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum. Doch was meist gut gemeint ist, ist selten auch gut für alle Beteiligten. „Ein Tier ist nämlich kein Geschenk, sondern eine Aufgabe“, stellt Andrea Specht vom Kremser Tierheim klar. Denn Wissen um die Bedürfnisse des Tieres seien, so Specht, ebenso Voraussetzung für eine anständige Haltung wie die Bereitschaft, dauerhaft Zeit und Geld zu investieren.

Festtage für Eingewöhnung ungeeignet

Unabhängig davon, ob sich jemand selbst den Wunsch eines Haustieres erfüllen möchte, oder dieses verschenken will, es sollte möglichst vermieden werden, dies in der Zeit um Weihnachten zu machen. „Es erleichtert dem künftigen Familienmitglied die Eingewöhnung, wenn das Tier entweder einige Wochen vor oder erst nach den hektischen Feiertagen nach Hause geholt wird. Tiere brauchen Ruhe und Zeit, um sich im neuen Zuhause zurechtzufinden.“ Weihnachten und die stressigen Tage zuvor seien dafür ebenso ungeeignet wie die Silvester-Feierlichkeiten danach.

Während man im Tierheim bemüht sei, künftigen Tierhaltern diese Aspekte – vor allem bei Spontankäufen – zu vermitteln, gibt es vor allem durch Onlineplattformen Probleme. „Wir haben erst in der Vorwoche einen siebenjährigen Rüden aus desolaten Verhältnissen behördlich abgenommen. Er wurde vor Monaten über eine beliebte Plattform vermittelt.“

Abgaben während des ganzen Jahres

Wer allerdings glaubt, dass sich Weihnachten unmittelbar auf die Kapazitäten des Kremser Tierheims negativ auswirkt, der irrt. „Überforderung oder Überdruss tritt meist erst dann ein, wenn das Tier heranwächst und der Niedlichkeitsfaktor auftretende Probleme wie Stubenunreinheit und unerwünschte Verhaltensweisen nicht mehr wettmacht. Abgaben finden das ganze Jahr über mit derselben Häufigkeit statt“, erklärt Specht.

Wer zu Weihnachten dennoch ein Tier schenken möchte, dem rät Specht, ein Stofftier als Symbol unter den Christbaum zu legen.