Krems

Erstellt am 01. Juli 2016, 04:58

von Thomas Werth

Enten vor Dunkelheit gerettet. Entenmutter mit Küken traute sich nicht, dem unterirdisch geführten Alaunbach zu folgen. Tierheim-Mitarbeiter rückte aus.

Tierpfleger Johannes Kubala stieg zur Rettung der Enten in den Alaunbach. Foto: privat  |  NOEN

Das war auch für die Tierheim-Mitarbeiter kein alltäglicher Einsatz: Eine Entenmutter saß mit sieben Küken in einem Wasserbecken neben der Justizanstalt Krems fest – rechts und links die hohen Steinwände des verbauten Alaunbachs, davor der dunkle Kanal. „Die Entenmutter scheute die Dunkelheit und wagte es nicht, dem unterirdisch geführten Bachlauf zu folgen“, so Andrea Specht.

Tierpfleger Johannes Kubala stieg – nach Rücksprache mit der Feuerwehr über die Begehbarkeit des Tunnelganges – hinab zu den Tieren. „Es wäre natürlich möglich gewesen, die Küken zu fangen und per Hand aufzuziehen. Die Mutter wäre dann weggeflogen. Doch wir wollten die Mutter nicht von ihren Küken trennen“, erzählt er.

Also begab er sich mit Taschenlampen und Gummistiefeln ausgerüstet in die „Steiner Unterwelt“ und leuchtete der Entenfamilie den Weg in die Freiheit. „Die Entenmutter hat die Hilfestellung rasch erkannt und watschelte vor mir her. Als sie den schwachen Lichtschein des Ausgangs erkannte, wurde sie immer schneller, die Küken wie kleine Torpedos hinterher. Ich habe mich total gefreut, dass die Rettungsaktion so reibungslos verlaufen ist“, jubelt Kubala.