Erstellt am 13. April 2016, 04:24

von Jutta Hahslinger

Touristin attackiert: Urteil nach vier Jahren. Ein 36-Jähriger fühlte seine Aura bei der Wachauer Sonnwendfeier in Rossatz durch eine Touristin gestört und schlug ihr ins Gesicht. Dann verschwand er für vier Jahre von der Bildfläche.

 |  NOEN, Symbolbild

„Wir saßen in gemütlicher Runde am Lagerfeuer und genossen die idyllische Atmosphäre in der Wachau. Es wurde Gitarre gespielt und gesungen. Dann gesellte sich ein Fremder dazu und hat mit meinem Begleiter über Gott und die Welt philosophiert. Plötzlich, ohne Vorwarnung, schlug er mir ins Gesicht. Dann habe ich nichts mehr mitbekommen. Ich blutete aus der Nase und war fassungslos, dass ein Mensch einfach grundlos zuschlägt“, schildert eine Burgenländerin vor Gericht den abrupten und schmerzhaften Ausklang ihres Sonnwendfeierbesuches am 24. Juni 2012 in der Wachau.

„Er hat zu 90 Prozent nur mit meinem Gefährten geredet. Dann sagte er auf einmal, ich würde seine Aura stören, und schlug zu. Ich habe einen verschobenen Nasenbeinbruch erlitten, der eine Operation erforderlich machte“, sagt das Opfer (43) im Zeugenstand fast vier Jahre später nach der Attacke noch immer fassungslos. Ihr Partner habe den Angreifer dann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

Täter in Wiener Männerheim aufgestöbert

Dem Täter gelang es mit seinem Vagabundenleben, sich fast vier Jahre dem Zugriff der Behörden zu entziehen. In einem Wiener Männerheim stöberte die Polizei den 36-Jährigen schlussendlich auf und teilte ihm den Prozesstermin mit.

Er habe damals schwierige Zeiten durchlebt und wisse nur mehr, dass er selbst nach einer Rangelei in der Donau gelandet und im Krankenhaus aufgewacht sei. Eine Tätlichkeit bei der Sonnwendfeier will er nicht ausschließen, erinnern könne er sich aber nicht, beteuert der 36-Jährige vor Gericht. Er akzeptiert aber den Schuldspruch und die Strafe von sechs Monaten bedingt wegen schwerer Körperverletzung. Und er ist auch bereit, dem Opfer 500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.