Krems

Erstellt am 26. Juli 2016, 05:13

von Udo Sagl

Droh-Pickerl: Ein Fall für die „Staatspolizei“. Das macht Angst: Ausgerechnet in der Nähe des Asylheims in Stein prangen Aufkleber, die brennende Häuser zeigen.

Aufruf zur Gewalt: Aufkleber in der Karl-Eybl-Gasse in Stein.  |  Lechner

„Das ist ganz und gar nicht lustig!“ Bewohner von Stein sind besorgt, seit im Nahbereich des Asylheimes diverse Aufkleber äußerst aggressive Botschaften verbreiten. „Keine Sekunde Frieden . . .“, heißt es unter anderem, unterlegt durch ein Bild mit brennenden Häusern.

Die „Droh-Pickerl“ sind mit „Autonome Antifa Hietzing“ unterzeichnet, wobei „Antifa“ für „antifaschistisch“ steht. Laut Eigendefinition treten die Autonomen für eine „neue anarchistische Gesellschaftsalternative“ ein. Interessant: Linksradikale galten bisher nicht als Gegner liberaler Flüchtlingspolitik und wurden bislang auch nicht mit Aktionen gegen Asylheime in Verbindung gebracht. Das gibt Rätsel über das Motiv für die „Klebeaktion“ auf.

Ermittlungen eingeleitet

Polizeichef Oberstleutant Manfred Matousovsky hat jedenfalls das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung („Staatspolizei“) eingeschaltet, um gegen die unbekannten Täter zu ermitteln.

Die Wiener Autonomen-Szene steht schon seit längerer Zeit unter strenger Beobachtung durch die Sicherheitsbehörden. Und die Abbildung brennender Gebäude kann laut Polizei durchaus als Aufruf zur Gewalt verstanden werden.