Erstellt am 13. August 2012, 00:00

Verdacht: „Luchse ausgesetzt!“. RÄTSEL / Es ist ein Pärchen – und bald könnte es Nachwuchs geben: Die beiden am Jauerling lebenden Raubkatzen sind hier heimisch geworden. Und das ist wohl kein Zufall.

VON UDO SAGL

BEZIRK KREMS /  Alle Zweifel sind längst ausgeräumt: Seit etwa einem Jahr leben im Waldgebiet rund um den Jauerling zwei Luchse. Sie lassen sich immer wieder blicken, hinterlassen eindeutige Spuren, und schließlich tappte eines der Tiere sogar in eine Fotofalle. Das war – wie in der NÖN im Februar exklusiv berichtet – der letzte noch fehlende Beweis für die offensichtliche Rückkehr der edlen Raubkatzen.

Rückkehr? Bezirksjägermeister DI Erhard Brandstetter zweifelt an der Version des „naturbedingten Wanderungsverhaltens“: „Irgendetwas stimmt da nicht.“

Brandstetter glaubt nicht mehr an reinen Zufall. „Ich habe den Verdacht, dass die Tiere hier illegal ausgesetzt worden sind.“ Sein Argument: „Wenn sich Luchse ein Revier suchen, warum ausgerechnet bei uns? Im Böhmerwald hätten sie ein entsprechend weitläufiges Gebiet.“ Brandstetters Vermutung: „Entweder hat sich jemand zwei kleine Luchse in Osteuropa gekauft, und sie sind ihm dann zu groß geworden. Oder aber es war eine illegale gezielte Wiederansiedelung.“

Wer kommt als „Täter“ in Frage? Brandstetter: „Keine Ahnung!“ Der WWF war es sicher nicht: Seine entsprechenden Luchs-Projekte – etwa in den Kalkalpen – sind stets amtlich angemeldet.

Wie auch immer: Bei den Jauerling-Luchsen handelt es sich um ein Pärchen. Nachwuchs ist vorprogrammiert.